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Obama kündigt Luftangriffe auf IS-Milizen in Syrien an

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Obama kündigt Luftangriffe auf IS-Milizen in Syrien an

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Eigentlich wollte Obama das Engagement im Nahen Osten verringern und einen Eingriff in Syrien meiden. Doch das Erstarken des “Islamischen Staats” verändert offenbar die Vorzeichen.

In seiner Rede an die Nation am Mittwochabend kündigte US-Präsident Barack Obama an, die eben erst beschlossenen Luftangriffe gegen die Terrormiliz vom Irak auch auf Syrien ausweiten.

“Ich habe deutlich gemacht, dass wir Terroristen, die unser Land bedrohen, jagen werden, egal wo sie sind”, sagte Obama. “Das bedeutet, dass ich nicht zögern werde, Maßnahmen gegen den IS in Syrien und im Irak einzuleiten.”

In einen Krieg am Boden würden sich die USA aber nicht hineinziehen lassen, so Obama.

Die internationale Allianz gegen den IS will der US-Präsident weiterhin ausbauen, die syrische Regierung soll allerdings nicht dazu gehören.

“Im Kampf gegen den IS können wir uns nicht auf das Assad-Regime verlassen, dass sein Volk terrorisiert, ein Regime, dass seine Legitimität verloren hat und niemals zurückerlangen wird. Statt dessen müssen wir die Opposition stärken, die das beste Gegengewicht zu Extremisten wie den IS-Milizen darstellt.”

Vor den Kongresswahlen will Obama das Repräsentantenhaus bitten, Mittel für die Ausbildung moderater syrischer Rebellen bereitzustellen. Saudi-Arabien könnte dafür offenbar Trainingsplätze bereitstellen.

euronews-Korrespondent Stefan Grobe in Washington: “Präsident Obama versuchte am vergangenen Abend eine Gratwanderung – zwischen dem, was die USA als politische und militärische Notwendigkeit betrachten, und dem, was die US-amerikanische Öffentlichkeit während eines Wahlkampfes toleriert.

Die große Mehrzahl der Bevölkerung ist weiterhin gegen den Kampfeinsätze von US-Bodentruppen im Nahe Osten – gleichzeitig wünschen sich die Amerikaner aber ein hartes Vorgehen gegen den IS.

Dem folgt Obamas Strategie: Die Dschihadisten sollen mit amerikanischer Unterstützung zurückgedrängt, die Kämpfe am Boden aber von lokalen Einheiten geführt werden.

Diese Strategie gibt Obama noch genügend Flexibilität, die Einsätze, falls nötig, auszuweiten – nach den Wahlen im November.”