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Pistorius-Prozess: Kein vorsätzlicher Mord

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Pistorius-Prozess: Kein vorsätzlicher Mord

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In Pretoria ist die Urteilsverkündung im Mordprozess gegen Oscar Pistorius vertagt worden. Das Urteil soll an diesem Freitag fallen.

Die Richterin Thokozile Masipa schloss bereits aus, dass der Paralympics-Sportler unter Vorsatz gehandelt habe. Sein Vorgehen sei aber grob fahrlässig und übermäßig gewalttätig gewesen.

Pistorius hatte seine Freundin Reeva Steenkamp am Valentinstag 2013 durch die geschlossene Badezimmer erschossen.

Die Staatsanwaltschaft habe nicht zweifelsfrei beweisen können, dass der Angeklagte schuld an einem vorsätzlichen Mord sei. Es gebe nicht genügend Beweise, um die These zu stützen, begründete Masipa.

Pistorius warf sie vor, sich wiederholt in Widersprüche verstrickt zu haben.

Der einstige Paralympics-Star hat die Schüsse nie bestritten. Er habe Steenkamp fälschlicherweise für einen Einbrecher gehalten, als er durch die Tür schoss. Auch wenn Pistorius nicht wegen Mordes verurteilt wird, könnte ihm eine langjährige Haftstrafe – bis zu fünfzehn Jahre Gefängnis – drohen.

Die Staatsanwaltschaft geht von vorsätzlichem Mord aus. Die Verteidigung fordert einen Freispruch und verweist auf angebliche Angststörungen, an denen Pistorius seit seiner Kindheit leide. Ein Freispruch ist jedoch höchst unwahrscheinlich.

Bei der Urteilsverlesung brach der Paralympics-Sportler mehrmals in Tränen aus. Er wird sich vorerst weiter gedulden müssen.
Selbst wenn das Urteil an diesem Freitag fällt, könnte das Strafmaß erst in einigen Tagen bekannt gegeben werden.