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"Pride": Schwule, Lesben und Bergleute gemeinsam gegen Thatcher

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"Pride": Schwule, Lesben und Bergleute gemeinsam gegen Thatcher

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Um es gleich vorwegzunehmen, die Komödie “Pride” von Matthew Warchus basiert auf wahren Geschehnissen. 1984 kam zur unwahrscheinlichen Allianz zwischen der Schwulen-und Lesben-Bewegung und streikenden Minenarbeiten. Homosexualität war im England der Thatcherjahre verpönt. Auch die Kumpel waren zunächst nicht besonders angetan von der unerwarteten Unterstützung.

Der Film spreche ein wichtiges Kapitel der jüngsten britischen Geschichte an, bestätigt Schauspieler Billy Nighy. “Wenn Sie mich oder irgendjemand anderes aus meiner Generation fragen, was waren die wichtigsten Ereignisse in Ihrem Leben, werden viele die Emanzipation der homosexuellen Männer und Frauen nennen. Und vielleicht die Bürgerrechtsbewegung in den USA. Das sind Errungenschaften, die einen stolz machen, weil man sie miterlebt hat. Dieser Film berichtet, wie ich finde, auf sehr unterhaltsame Weise darüber. Auch über den Streik der Minenarbeiter, darüber gab es damals kaum zuverlässige Informationen. Der Film stellt ein Stück weit die Wahrheit her.”

Aus Solidarität mit dem Kampf der streikenden Minenarbeiter gegen das Thatcher-Regime, beschließt eine Gruppe homosexueller Aktivisten, Spenden zu sammeln. Doch keiner will ihr Geld. Nach vielen Absagen lässt sich ein kleines Waliser Bergarbeiterdorf auf ein erstes Treffen ein. Eine Annäherung mit Hindernissen.

Schauspieler Andrew Scott berichtet über den Dreh. “Wir hatten Westminster Bridge dichtgemacht an einem Sonntagmorgen, das war fantastisch und sehr bewegend. Denn es waren ein paar Leute dabei, die vor 30 Jahren für die Schwulen- und Lesbenbewegung gekämpft hatten. Für sie muss das sehr beeindruckend gewesen sein, diesen wichtigen Moment noch einmal zu erleben. Das Produktionsteam hatte Fotos und Filmmaterial aus Archiven hervorgeholt. Das hat viele von ihnen umgehauen. Ich fand es sehr mitreißend.”

“Pride” lieft auf dem jüngsten Festival in Cannes in der Nebenreihe Quinzaine des Réalisateurs und wurde mit dem Queer Palm Award ausgezeichnet.
Deutschsprachiger Kinostart ist der 30. Oktober.