Eilmeldung

Eilmeldung

Hochwasseropfer schmeißen Hilfsgüter auf den Müll

Sie lesen gerade:

Hochwasseropfer schmeißen Hilfsgüter auf den Müll

Schriftgrösse Aa Aa

Um die vom Hochwasser bedrohte historische Stadt Multan zu retten, haben die pakistanischen Behörden Deiche gesprengt. Die Fluten überschwemmten daraufhin mehrere hundert Dörfer. Die Millionenstadt Multan, Zentrum der pakistanischen Textilindustrie, und die Eisenbahnbrücke über den Chenab konnten so gesichert werden, der Wasserspiegel des Chenab sank um 15 Zentimeter. Auch anderenorts wurde Dämme gesprengt. Die pakistanischen Streitkräfte versorgen die Flutopfer aus der Luft und bringen Menschen in Sicherheit. Nach Angaben der Streitkräfte wurden bislang über 50 Tonnen Notrationen abgeworfen.

Wegen der Anfang September von Monsun-Regenfällen ausgelösten Überflutungen sind bereits rund 280 Menschen im Punjab und im pakistanisch-kontrollierten Teil Kaschmirs ums Leben gekommen. Mehr als zwei Millionen Menschen mussten fliehen.

Aus Protest gegen die ihrer Ansicht nach mangelhafte Versorgung warfen im indisch-kontrollierten Teil Kaschmirs Überschwemmungsopfer Pakete mit Hilfsgütern weg. Sie waren im Laufe des Tages von Hubschraubern aus abgeworfen worden.

Die mehrheitlich muslimische Bevölkerung im indisch-kontrollierten Teil Kaschmirs ist besonders verärgert, dass kaum Polizei zu sehen ist. Während die Polizei normalerweise rasch zur Stelle sei, um Proteste gegen die indische Herrschaft über Kaschmir zu unterdrücken, so klagen sie, seien während des Hochwassers weder Behörden noch Polizei zu sehen.

Den indischen Streitkräften werfen sie vor, vorzugsweise Touristen und Personen, die auf besonderen Listen aufgeführt gewesen seien, in Sicherheit gebracht zu haben.

Weiterführende Links

Pakistanische Katastrophenschutzbehörde NDMA (englisch)

Karte Überschwemmungsgebiete in Pakistan

Stadtverwaltung Multan (englisch)