Eilmeldung

Eilmeldung

Libyen im Chaos: Krisensitzung mit Nachbarstaaten in Tobruk

Sie lesen gerade:

Libyen im Chaos: Krisensitzung mit Nachbarstaaten in Tobruk

Libyen im Chaos: Krisensitzung mit Nachbarstaaten in Tobruk
Schriftgrösse Aa Aa

Libyen versinkt im Chaos: In der tiefsten Krise seit dem Sturz des Diktators Muammar al-Gaddafi 2011 bekämpfen verschiedene Milizen die Regierung und sich untereinander. Die Hauptstadt Tripolis ist in der Hand von Bewaffneten aus Misrata. Zudem herrscht laut Beobachtern in Libyen zunehmend ein Stellvertreterkrieg der Golfstaaten.

Die Nachbarstaaten betrachten das Auseinanderdriften des Landes mit Sorge – am Parlamentssitz, der wegen der Kämpfe ins östlich gelegene Tobruk verlagert wurde, kamen Vertreter der Nachbarländer mit libyschen Abgeordneten zu einer Krisensitzung zusammen. Ägypten übernahm dabei die Führung. Der Repräsentant aus Kairo, Mohammend Badr Aldien Zayed, sagte: “Wir sind mit dem UN-Sicherheitsrat und der internationalen Gemeinschaft in Kontakt getreten, um Strafmaßnahmen gegen diejenigen vorzubereiten, die den Terrorismus in Libyen ausüben und diejenigen, die ihn unterstützen.”

In Libyen herrscht zudem ein politischer Machtkampf: Anhänger des vornehmlich aus Islamisten bestehenden alten Parlaments bildeten vor Wochen eine Gegenregierung und -kabinett. Libyen erlebe derzeit eine sehr schwere Zeit, so der Sprecher des neuen Parlaments, umso mehr, als dass die Hauptstadt außer Kontrolle sei. Sie sei in der Hand von Milizen, die bereits viel Schaden auf dem Weg zur Zerstörung des libyschen Staates angerichtet hätten. Das schließe Schäden an der Zivilbevölkerung und die Zerstörung von Flughäfen und Öllagern ein.

Die Zerrissenheit des Landes zeigte sich auch bei Protesten gegen internationale Hilfe. Wenige Wochen nach dem ersten Zusammentreten des neuen Parlaments in Tobruk forderten die Demonstranten bereits dessen Auflösung.