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Luhansk: Sehnsucht nach Normalität

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Luhansk: Sehnsucht nach Normalität

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Es gibt weniger Gefechte, die Chance, sich um das Nötigste zu kümmern und Gelegenheiten, die Schäden zu begutachten: Seit zehn Tagen hält in der Ostukraine notdürftig ein Waffenstillstand, den beide Seiten offen nutzen, um die eigenen Positionen zu verstärken. Am vollkommen zerstörten Flughafen von Luhansk lässt sich die Intensität der Gefechte dieses Krieges erahnen, von denen es am Wochende wieder einige mehr gab.

Gelegenheiten, den rauen Alltag aufzulockern sind willkommen. In Luhansk wurde am Sonntag der jährlich Stadtfeiertag begangen – mit Gottesdienst und einem Umzug, bei dem dieses Mal vor allem Militärfahrzeugen durch die Straßen rollten, bejubelt von Anhängern, ignoriert von Kritikern. Ein Kamerateam durfte mit.

“Vieles ist hier chaotisch. Aber wir kämpfen gut, das können sie nicht bestreiten”, so ein Separatist, der sich Maestro nennt. “Wir haben bisher gewonnen, und wir werden weiter gewinnen, weil wir wissen, wofür wir kämpfen. Ich habe meine Mutter hier. Aber ich selbst bin Russe, ein Kosake vom Don.”

Allseits erwünscht sind ohne Zweifel die Hilfslieferungen. Für viele hieß es am Sonntag anstehen, an einem der Ausgabepunkte für Proviant, Wasser und sanitäre Produkte, die am Tag zuvor mit dem zweiten, etwas kleineren LKW-Konvoy aus Moskau angekommen waren.