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Musikdrama triumphiert in Deauville

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Musikdrama triumphiert in Deauville

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“Whiplash”, ein Film über einen jungen Mann, der davon träumt, ein berühmter Jazzdrummer zu werden, ist der diesjährige Sieger von Deauville. Auf dem Festival des amerikanischen Films wurde das Drama von Damien Chazelle mit dem Grand Prix der Jury und dem Publikumspreis geehrt.
Der Preis der Jury ging an “The good lie” mit Reese Witherspoon.

“Whiplash” handelt von einem begnadeten Schlagzeuger, der von einem bekannten Musiklehrer entdeckt und gefördert wird. Dessen rabiate Lehrmethoden überschreiten schon bald die Grenzen des Erträglichen, doch der junge Mann macht trotzdem weiter.

Das Musikdrama wurde bereits auf dem Festival von Sundance geehrt und kommt Anfang 2015 in die Kinos.

Stars und VIPs, wie Julie Gayet, die angebliche Geliebte von Präsident François Hollande, oder der skandalumwobene ehemalige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn besuchten die diesjährige 40. Ausgabe des Festivals von Deauville.

Auch Rockexzellenz Sir Mick Jagger gab sich die Ehre. Der Frontmann der Rolling Stones präsentierte “Get on Up”, das von ihm mitproduzierte Biopic über Soullegende James Brown. Chadwick Boseman spielt die Hauptrolle.

Mick Jagger: “Er war ein außergewöhnlicher Soulsänger.Er war unglaublich lange im Geschäft und hat viele andere Musiker beeinflusst, auch mich und viele andere, die nach mir kamen. Er hat den Hip-Hop beeinflusst, ist einer der am meisten gesampelten Musiker und bis heute zu hören.”

Chadwick Boseman: “Ich habe getanzt und gesungen, was das Zeug hielt, um ihm das Wasser reichen zu können, habe alle nur erdenklichen Leute, die ihn kannten oder ihm einmal begegnet sind, befragt, sogar Taxifahrer.”

Brian Grazer, der Co-Produzent von “Get on Up”, wurde in Deauville mit einem Ehrenpreis für sein Schaffen ausgezeichnet. Er gehört zu den Oscar-Machern in Hollywood.

““Get on Up” erzählt James Browns unglaubliche Lebensgeschichte von dessen ärmlicher Kindheit bis zum großen Erfolg als Godfather of Soul. Der Film startet am 9. Oktober in den deutschsprachigen Kinos.

Auf der Pressekonferenz stellte sich Mick Jagger brav und in bestem Französisch den Fragen. Ob er sich nach dem Film über James Brown auch ein einen Streifen über seine Band, die Rolling Stones, vorstellen könne?

Mick Jagger: “Nein, da bin ganz kategorisch. Ich werde niemals ein Biopic über die Rolling Stones machen. Da gibt es einige Stories und Drehbücher, aber die sind alle furchtbar schlecht.”

Deauville bietet die Möglichkeit, vor malerischer Kulisse Kinogrößen zu treffen, neue Produktionen kennenzulernen, Klassiker zu ehren und über Filmkontroversen zu streiten.

Ein solcher Film, der für Gesprächsstoff sorgt, ist “Love is Strange” von Ira Sachs mit Alfred Molina und John Lithgow über ein schwules Ehepaar, das nach 38 Jahren Beziehung beschließt zu heiraten. Der Film wurde in den USA erst ab 16 Jahren freigegeben. Ungerechtfertigterweise sagt der Regisseur.

Ira Sachs: “Offiziell wurde die Altersfreigabe wegen der Sprache eingeschränkt, weil im Film zweimal geflucht wird. In Wirklichkeit wird hier ein Film unterdrückt, den jeder sehen kann. Es ist ein Familienfilm. Ich bin sehr wütend, wenn ich sehe, dass Kinobesucher wegen der Alterbeschränkung ihre Kinder nicht mitnehmen können, dabei ist es ein Film für alle.”

Zu den Ehrengästen des Festivals gehörte in diesem Jahr unter anderem auch Pierce Brosnan, der seinen Namen vor einem der Badhäuschen an der Strandpromenade enthüllte. So will es die Tradition in Deauville.