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Parlamentswahl: Schweden rückt wieder nach links

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Parlamentswahl: Schweden rückt wieder nach links

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Politischer Wechsel in Schweden: Nach acht Jahren Steuersenkungen unter einer Vierer-Koalition bürgerlicher Parteien bekommt das Land voraussichtlich eine Mitte-Links-Regierung. Mit 43,7 Prozent liegt die wahrscheinliche Koalition aus Sozialdemokraten, Grünen und Linken mehr als vier Prozentpunkte vor die Bürgerlichen. Damit wird es in Schweden aber zum zweiten Mal in Folge nur eine Minderheitsregierung geben.

Stefan Löfven, gelernter Schweißer und Chef der stärksten Partei, den Sozialdemokraten, will nun Koalitionsgespräche starten: “Wir müssen jetzt Führungsstärke beweisen. Wir müssen handeln und uns auch Zeit zum Nachdenken geben. Aber Schweden wird eine Regierung haben, die regieren kann, ohne dass die Schwedendemokraten irgendwie zu Königsmachern werden.”

In dieser Rolle sieht sich die rechtpopulistische Partei und ihr Vorsitzender Jimmie Åkesson nach der Wahl: Mit 13 Prozent konnte sie ihren Stimmanteil mehr als verdoppeln, ist künftig drittstärkste Partei im Parlament. Die gemäßigteren Parteien geben sich aber größtenteils entschlossen, die Schwedendemokraten zu isolieren.

Beobachter und Kommentaroren sprechen von einem Votum der Schweden gegen die Privatisierungs- und Kürzungspolitik der bürgerlichen Regierung, sowie gegen eine wachsende Ungleichheit im Land. Regierungschef Fredrik Reinfeldt gestand die Niederlage am Sonntagabend ein. Er will am Montag seinen Rücktritt als Staatsminister einreichen.