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Lieber tot als lebenslang: Häftling in Belgien darf sterben

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Lieber tot als lebenslang: Häftling in Belgien darf sterben

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Ein Gericht in Belgien hat es einem lebenslänglich verurteilen Vergewaltiger und Mörder erlaubt, sein Leben per Sterbehilfe zu beenden. Er leide an unerträglichen psychischen Qualen und könne so nicht weiterleben, so der 50-Jährige, der seit 30 Jahren hinter Gittern sitzt. In den kommenden Tagen soll er in einem Krankenhaus unter ärztlicher Aufsicht sterben.

Der Fall bestärkt auch andere Langzeit-Gefangene in ihrem Verlangen nach dem Tod. Es gebe mittlerweile entsprechende Anträge von 15 Strafgefangenen, bestätigte der Vorsitzende der Ärztekommission für Sterbehilfe, Professor Wim Distelmans vom Universitätskrankenhaus Brüssel, der Zeitung “De Standaard”.

In Belgien ist seit 2002 die Sterbehilfe erlaubt, seit Anfang dieses Jahres auch für Kinder. Im vergangenen Jahr wurden rund 1400 Menschen auf eigenen Wunsch getötet. Sein Mandant habe bereits vor vier Jahren erstmals den Antrag auf Sterbehilfe gestellt, sagte der Anlwat des Gefangenen, Vander Velpen. Drei Ärzte hätten, wie es das Gesetz vorschreibt, ihr Einverständnis gegeben.

(Mit dpa)