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Trotz Waffenstillstand in der Ostukraine: Wieder Gefechte um Luhansk und Donezk

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Trotz Waffenstillstand in der Ostukraine: Wieder Gefechte um Luhansk und Donezk

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In Novoswitliwka, auf dem Weg nach Luhansk, räumten die Bewohner am Montag weiter notdürftig den Schutt beiseite – prorussische Separatisten hatten die Kleinstatt vor zwei Wochen von der ukrainischen Armee zurückerobert.

Hier hält der seit elf Tagen geltende Waffenstillstand weitgehend, anders als in Luhansk und Donezk, wo seit dem Wochenende wieder heftigere Gefechte stattfinden. In Donezk war am Sonntag gar eine Gruppe OSZE-Beobachter unter Beschuss geraten. Unklar ist, ob die Gruppe absichtlich ins Visier genommen wurde.

“Es ist schwierig und manchmal fast unmöglich zu sagen, woher Artilleriefeuer kommt. Wenn das möglich ist, dann notieren wir in unseren Berichten die Richtung, aus der der Beschuss kam”, so Alexander Hug, Chef der OSZE-Beobachtermission in der Ukraine.

An einem Marktplatz in Donezk waren vier Granaten rund 200 Meter von den OSZE-Leuten entfernt niedergegangen. Als sie sich entfernten kamen die sechs Beobachter erneut unter Beschuss, blieben aber unverletzt. Auf dem Marktplatz habe jedoch eine tote Frau gelegen, so der Bericht des Teams.

Alexander Zakharchenko, der seit gut einem Monat als Ministerpräsident der selbstausgerufenen Volksrepublik Donezk fungiert, warf der OSZE vor, unverantwortlich gehandelt zu haben.

“Die OSZE-Mission ist durch die Gegenseite und uns unter Beschuss geraten. Nicht mal wir wussten, dass die Beobachter dort unterwegs sein würden. Ich habe heute erklärt, dass das hier nicht Europa ist, wo Krieg nach Stundenplan geführt wird – jetzt wird gegessen, jetzt wird geschlafen, jetzt wird gekämpft und so weiter – sondern dass das hier ein echter Bürgerkrieg ist, in dem es keine Regeln gibt, keine Zeitbeschränkung. Wenn sie also losziehen und die Gefechte sehen wollen, dann müssen sie beiden Seiten Bescheid geben.”

Unterdessen führten die USA am Montag zusammen mit mehreren NATO-Staaten und -Partnern eine jährliche Übung durch. Das Manöver, an dem rund 1300 Soldaten aus den USA, Großbritannien, der Ukraine, Azerbaidschan, Deutschland und neun anderen Staaten teilnahmen, fand nahe der polnisch-ukrainischen Grenze statt.

Russland nannte das Manöver eine Provokation. Laut Teilnehmern handele es sich aber um keine NATO-Übung, zudem seien hauptsächlich Methoden für Friedensmissionen trainiert worden.