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China: Prozessbeginn gegen Regierungskritiker Tohti

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China: Prozessbeginn gegen Regierungskritiker Tohti

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In der Stadt Ürümqi in China beginnt ein Prozess gegen Ilham Tohti, einen Angehörigen der uigurischen Minderheit, Professor für Wirtschaftswissenschaften und prominenten Regierungskritiker. Die Polizei sperrte das Areal um das Gerichtsgebäude in Ürümqi weiträumig ab. Wegen separatistischer Aktivitäten soll er vor Gericht verantworten. Die Uiguiren sind eine Minderheit im Nordwesten Chinas. Ausländischen Journalisten und westlichen Diplomaten wurde der Zutritt verboten. Ein Vertreter der EU in Peking sagte, Brüssel sei besorgt. Tohti habe jahrelang friedlich gearbeitet und nicht gegen chinesische Gesetze verstoßen. Er habe sich um ein gutes Miteinander aller Chinesen eingesetzt und für gleiche Rechte für alle.

Tohti war im Januar bei einer mehrstündigen Razzia in seinem Haus in Peking festgenommen worden. Der frühere Wirtschaftsprofessor hat alle Anschuldigungen zurückgewiesen. Tohti hatte sich wiederholt kritisch über den Umgang der Regierung mit ethnischen Minderheiten geäussert. Nach den tödlichen Unruhen in der als Hochburg der Uiguren bekannten Provinz Xinjiang 2009 wurden Ausreiseverbote gegen den Akademiker verhängt. Zudem wurde er mehrmals unter Hausarrest gestellt.