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Salmond, der Schotte der Stunde?

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Salmond, der Schotte der Stunde?

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Alexander Elliot Anderson Salmond polarisiert – schon seit Beginn seiner politischen Karriere in Schottland. Der Chef der Scottish National Party kam 1954 bei Edinburgh zur Welt. Er studierte an der renommierten Universität Saint Andrews und arbeitete als Ökonom, auch bei der Royal Bank of Scotland.

Er durchlebte schwierige Momente mit seiner Partei und wurde selbst 1982 kurz ausgeschlossen. Aber sein Ehrgeiz brachte das Arbeitstier bis nach Westminster.
Das schottische Parlament wählte ihn im Mai 2007 zum Ersten Minister – zum Ministerpräsidenten – Schottlands. Unter Salmond gewann die Partei mehr und mehr Anhänger hinzu. 2011 schaffte sie die absolute Mehrheit.

Salmonds politischer Traum wurde wahr: 2012 gab der britische Premierminister grünes Licht für ein Referendum über die schottische Unabhängigkeit.

In einer der bekanntesten Biographien beschreibt der britische Journalist und Historiker David Torrance Salmond als einen Mann von despotischem Charakter: aggressiv, opportunistisch und populistisch. Er sei ein Chamäleon.

Alex Salmond liebt die Konfrontation. Er nimmt es jederzeit mit Politikern aus London auf, wie mit Alistair Darling, Mitglied der britischen Labourpartei und entschiedener Gegner der Unabhängigkeit.

“Eine Unabhängigkeit hängt von einer einfachen Prämisse ab: Niemand hat die Angelegenheiten dieses Landes besser im Griff als die Menschen, die in Schottland leben und arbeiten. Niemandem bedeutet Schottland mehr. Wie 1979, als schicksalhafte Stimmen uns vorschrieben, dass wir nicht tun dürfen, was jedes andere Land als selbstverständlich ansieht. Genau wie damals haben sie auch jetzt unrecht,” meint Salmond.

Dank seiner leidenschaftlichen Rhetorik gewann Salmond die zweite Fernsehdebatte gegen den Vertreter des Nein-Lagers klar und schaffte erstmals einen Stimmungsumschwung.