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Schottische Unabhängigkeit: Alles ist gesagt, jetzt wird entschieden

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Schottische Unabhängigkeit: Alles ist gesagt, jetzt wird entschieden

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Einem Tag vor dem Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands haben die Advokaten der beiden Seiten ihre Schlussplädoyers gehalten. Alles deutet auf eine äußerst knappe Entscheidung hin: Letzte Umfragen sehen die Befürworter einer Abspaltung bei 47 bzw. 48 Prozent und damit hinter den Gegnern, denen eine Londoner Charmoffensive zuletzt wieder einige Prozentpunkte zugespielt hat. Fast ein Zehntel der Schotten war zum Umfragezeitpunkt aber noch unentschlossen.

Es gelte, eine Chance beim Schopfe zu packen und eigene Interessen direkt zu vertreten, so der Erste Minister Schottlands, Alex Salmond: “Unabhängigkeit ist kein Zauberstab. Gibt es Dinge, die schief gehen in einem Land? Natürlich. Gibt es Herausforderungen zu meistern? Zweifellos. Aber hier ist meine Frage an Sie: Wer könnte diesen Herausforderungen besser begegnen, als die Menschen, die in diesem Land leben und arbeiten?”

Warum eine bekannte Größe durch Unsicherheit ersetzen, fragte hingegen Alistair Darling, ehemaliger britischer Schatzkanzler und Wortführer der Gegnerkampagne: “Die Risiken einer Abspaltung sind sehr, sehr deutlich. Merken Sie sich: Wenn wir morgen zum Abstimmen gehen, dann wählen wir nicht nur für die nächste Legislaturperiode. Wir wählen die schottische Zukunft, für immer. So wichtig ist das. Wenn wir gehen, dann gibt es kein Zurück.”

Auf den Straßen verliefen die Kampagnen am letzten Tag so wie schon die Wochen zuvor: Leidenschaftlich und ohne große Zwischenfälle. Jetzt aber heißt es: jeder nach dem eigenen Gewissen. Bis 22 Uhr Ortszeit sind die Wahllokale am Donnerstag geöffnet.