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Tartan - Karierter geht's nimmer!

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Tartan - Karierter geht's nimmer!

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Schottenröcke sieht man in Schottland nicht nur, wenn es um das Referendum über die Unabhängigkeit geht. Tartan ist schottisches Kulturgut, ebenso wie der Dudelsack, und fast überall auf der Welt beliebt. Deswegen versammeln sich bei internationalen Treffen wie den Highland Games in North Berwick Kiltträger-Delegationen aus aller Herren Länder.

“Ich trage den Royal Stewart Tartan, keine Ahnung wo, oder wie er erfunden wurde, aber es ist der beliebteste Stoff unter den Highland Bands”, sagt Ben Reid, Mitglied einer kanadischen Dudelsackgruppe.

Schon im 16. Jahrhundert dienten Karomuster unter anderem dazu, die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Clan kenntlich zu machen. Beliebt ist der warme Wollstoff bis heute. Auch auf den Laufstegen. Zum Beispiel die Kollektion des Mailänder Designer-Duos Dolce & Gabbana 2008, karierter ging’s nimmer! So manch ein Couturier trägt selber einen.

Echter Tartanstoff ist reine Handarbeit wird gesponnen, gefärbt und gewebt. Auf der Royal Mile in Edinburgh reiht sich ein Tartan-Laden neben den anderen. Hier kleiden sich Einheimische und Touristen ein. Karo-Kreationen gibt’s passend zu nahezu allen Anlässen.

Für den schottischen Kunden ist der Kauf von besonderer Bedeutung.

John Webster, Verkäufer bei Geoffrey Tailor Highland Crafts: “Tartan war ursprünglich eine ziemlich simple Sache, kariert und handgewebt, gefärbt mit Farbstoffen auf Pflanzenbasis.
Damals wusste man, wo jemand herkam, das erkannte man an der Vegetation.
Den Karostoff zu tragen hat etwas mit Stolz zu tun. Er symbolisiert die Herkunft, zeigt, dass man stolz darauf ist, Schotte zu sein. Er zeigt das kulturelle Erbe, die familiären Wurzeln.”

Stadtfein wurde der Stoff der derben Highlands in der viktorianischen Ära. Die industrielle Revolution in England ermöglichte die kommerzielle Fertigung des Stoffs. Karos wurden massentauglich.