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Nach Referendum: Schotten zwischen Trauer und Zuversicht

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Nach Referendum: Schotten zwischen Trauer und Zuversicht

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Der Ausgang des schottischen Referendums ist das bestimmende Thema in Schottland und ganz Großbritannien. In der schottischen Hauptstadt Edinburgh fängt man trotzdem schon mal mit dem Aufräumen an. Der Traum von der Unabhängigkeit ist erst einmal ins Wasser gefallen.

“Ich bin am Boden zerstört”, so eine Schottin. “Und ich denke, dass es für die Menschen schrecklich wird, wenn sie in den nächsten Monaten herausfinden, dass sie belogen wurden.”

Doch Glück und Unglück liegen heute auch in Schottland dicht beieinander. Die Nein-Sager strotzen nun vor Zuversicht.

“Die Unabhängigkeit wird immer ein Thema sein aber wir haben 10 Prozent Vorsprung”, so ein Gegner des Referendums. “Dieser Vorsprung mag noch schrumpfen, aber er ist so groß, dass wir das Thema die nächsten 15 oder 20 Jahre zu den Akten legen können.”

Trotzdem: Für Großbritannien dürfte sich infolge des gescheiterten Referendums schon bald einiges ändern. Dr. Jan Eichhorn, Professor für öffentliche Politik an der Universität von Edinburgh erklärt: “Wir sprechen hier nicht von einer kleinen, sondern von einer umfassenden Veränderung der Verfassungsstruktur.Vorausgesetzt, es bleibt so und es gibt keine weiteren Unabhängigkeitsbestrebungen.”

Auch wenn die Anhänger der Unabhängigkeit ihr Ziel verfehlt haben, die Föderalisierung Großbritanniens haben sie entscheidend voran gebracht.