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Legendärer Mossad Agent Harari ist tot

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Legendärer Mossad Agent Harari ist tot

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Der legendäre Mossad-Agent Michael Harari, der die Attentäter der Olympischen Spiele in München 1972 jagte, ist tot. Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon würdigte den im Alter von 87 Jahren in Tel Aviv gestorbenen Geheimagenten am Montag als «Mann der außergewöhnlichen Operationen». Harari habe sich durch Mut, Kühnheit und Kreativität ausgezeichnet. Sein Einfluss auf den Auslandsgeheimdienst Mossad dauere bis heute an.

Harari hatte unter anderem die Kidon-Einheit gegründet, die an umstrittenen Tötungseinsätzen im Ausland beteiligt war. Auf der Jagd nach den palästinensischen Attentätern von München soll Harari 1973 persönlich die Ermordung des Marokkaners Ahmed Bouchiki in Norwegen geleitet haben. Israelische Agenten hatten den Kellner als angeblichen Terroristen vor den Augen seiner schwangeren Frau in Lillehammer erschossen. Er wurde Opfer einer Verwechslung, wie Israel später einräumte. Ali Hassan Salame, der wahre Gründer der Terrorgruppe «Schwarzer September», wurde erst 1979 in Beirut getötet.

1976 war Harari nach Medienberichten an der Befreiungsaktion von Geiseln beteiligt, die deutsche und palästinensische Terroristen an Bord einer Air-France-Maschine nach Entebbe in Uganda entführt hatten. Harari schreckte nicht vor umstrittenen Geschäften zurück: Dem panamesischen Diktator General Manuel Noriega half er etwa beim Aufbau und der Ausbildung seiner Leibgarde. Nach dessen Sturz 1989 floh der Mossad-Agent nach Israel.

(Quelle:dpa)