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WHO-Fachleute gegen Reisebeschränkungen in Ebola-Länder

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WHO-Fachleute gegen Reisebeschränkungen in Ebola-Länder

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Trotz der Ebolaerkrankung in Westafrika wenden sich Fachleute jetzt gegen Reise- und Handelsbeschränkungen.

Die Ebola-Kommission der Weltgesundheitsorganisation stellt fest, solche Beschränkungen – wie zum Beispiel die Streichung von Flügen – seien schädlich.

Die betroffenen Länder würden zum einen isoliert, was Auswirkungen auf die Wirtschaft habe.

Zum anderen hätten es Fachleute aus aller Welt schwerer, in die Ebolagebiete zu kommen; auch Hilfslieferungen würden erschwert.

Letztlich könne das die Ausbreitung von Ebola sogar noch fördern.

Trotzdem, so das Expertengremium, könnten in besonders stark betroffenen Ländern Quarantänemaßnahmen notwendig werden.

Diese müssten aber angemessen sein und auf sicheren Erkenntnissen beruhen.

In Sierra Leone ist am Sonntag eine dreitägige Ausgangssperre zu Ende gegangen.

In dieser Zeit besuchten Behördenmitarbeiter und Freiwillige einen Großteil aller Haushalte im Land, um unentdeckte Fälle aufzuspüren.

130 Erkrankte habe man so gefunden, teilen die Behörden mit; außerdem 39 Verdachtsfälle.

Zudem sei es gelungen, mehr als sechzig Ebolatote zu begraben.

In Nigeria sind die meisten Schulen wieder geöffnet; andere warten damit noch.

Die Schulen waren wegen der Ebola-Erkrankung geschlossen worden, an der auch in Nigeria einige Menschen gestorben sind.

Hier und in Senegal ist die Erkrankung aber weitgehend eingedämmt; das stellt die Weltgesundheitsorganisation fest. Beide Länder sind jedoch Nebenschauplätze.

Am stärksten betroffen sind Sierra Leone, Liberia und Guinea, wo der jetzige Ausbruch im März seinen Anfang nahm.

Insgesamt sind in Westafrika nach neuesten Angaben 2793 Menschen an Ebola gestorben. Das ist knapp die Hälfte aller Erkrankten.

Es ist die schlimmste Ebolawelle überhaupt, seit die Krankheit 1976 bekannt wurde.

Außerdem gibt es einen unabhängigen Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo, dem früheren Zaire.

Dort erkrankten 71 Menschen; vierzig von ihnen sind gestorben.