Eilmeldung

Eilmeldung

Brennpunkt türkisch-syrische Grenze: Flüchtlinge zwischen Hoffen und Bangen

Sie lesen gerade:

Brennpunkt türkisch-syrische Grenze: Flüchtlinge zwischen Hoffen und Bangen

Brennpunkt türkisch-syrische Grenze: Flüchtlinge zwischen Hoffen und Bangen
Schriftgrösse Aa Aa

“Nach Angaben der Vereinten Nationen ist die Türkei mit einer der größten Flüchtlingskrisen in den vergangenen Jahren konfrontiert. Aus der türkischen Grenzstadt Suruc berichtet euronews-Korrespondent Bora Bayraktar über die Zustände im türkisch-syrischen Grenzgebiet.

Bora, wie ist der letzte Stand der Dinge an der Grenze? Was berichten Flüchtlinge aus Syrien?”

Bora Bayraktar: “Was mich hier vor allem berührt ist die große Anzahl von Frauen und Kindern. Das liegt wohl daran, dass viele kurdische Männer im Norden Syriens geblieben sind, um die IS-Milizen zu bekämpfen.
Ich habe mit einigen kurdischen Männer gesprochen, die in die Türkei gekommen sind. Sie sind in Gedanken ganz in Syrien und bei ihren Freunden dort.
Aber sie sind auch sehr in Sorge, wie es hier für die Flüchtlinge weitergeht, weil viele kein Dach über dem Kopf haben. Insgesamt sind die Menschen hier sehr nervös.”

“Die USA haben jetzt Luftangriffe gegen die nordsyrische Stadt Al Rakka geflogen. Wird dies einen Einfluss auf den Zustrom der Flüchtlinge haben?”

Bora Bayraktar: “Die Luftangriffe selbst werden sich nicht direkt auswirken. Die Region liegt dichter am Irak als an der Türkei. Die Türkei hat bereits hunderttausende syrische Flüchtlinge aus der Gegend aufgenommen. Die Straßen nahe der türkischen Grenze sind entweder geschlossen oder unter Kontrolle der IS-Miliz. Für die Menschen aus der Region um Al Rakka ist der Weg in die Türkei deshalb schwierig, sie werden eher Schutz im Irak oder in Jordanien suchen. Also, ein großer Effekt durch die amerikanischen Luftschläge ist bezüglich der Flüchtlinge nicht zu erwarten.”

“Wir haben gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen der türkischen Polizei und Zivilisten in der Grenzegion miterlebt. Warum kam es dazu?”

Bora Bayraktar: “Die türkische Polizei ging nicht gegen Flüchtlinge aus Syrien vor, sondern gegen Leute, die nach Syrien gelangen wollten, um gegen den IS zu kämpfen. Den meist jungen Kurden wurde der Grenzübergang verwehrt. Das hat zu Spannungen geführt. Und das war auch der Grund für die Auseinandersetzungen.”