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Frankreich im Fadenkreuz von Dschihadisten?

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Frankreich im Fadenkreuz von Dschihadisten?

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Frankreich führt Krieg gegen die Dschihadisten des selbst ernannten “Islamischen Staates”. Nach ersten Erkundungsmissionen haben französische Militärflugzeuge am vergangenen Freitag Ziele im Irak bombardiert: die Hochburg der Dschihadisten in der Region um Mossul. Damit ist Frankreich das erste Land, das die USA vor Ort verstärkt.

Der französische Präsident François Hollande zeigt sich überzeugt: “In den nächsten Tagen sind weitere Eingriffe geplant, um die Terroristenorganisation zu schwächen und die Menschen im Irak zu unterstützen – damit sind irakische Soldaten und kurdische Peschmerga gemeint.”

Die Antwort der Dschihadisten ließ nicht lange auf sich warten. Montag wurden die Gotteskämpfer aufgerufen, Frankreich und den Franzosen den Krieg zu erklären. Montag hat Frankreich seine Sicherheitsvorkehrungen verstärkt und Soldaten an zusätzlichen Orten stationiert, die maximale Alarmstufe wurde jedoch nicht ausgerufen. Beim Empfang von 150 irakischen Christen, die vor der Terrorgruppe Islamischer Staat geflohen sind, erklärte Außenminister Laurent Fabius seine Vertreidigunsstrategie: “Es handelt sich hierbei um Selbstverteidigung und nicht nur um eine Geste des Großmuts. Es gibt einige Franzosen, die sich den Dschihadisten anschließen wollen. Wir müssen äußerst wachsam sein, damit sie nicht nach Frankreich zurückkehren und Straftaten begehen.”

Schlimmste Befürchtung: eine Bluttat nach dem Beispiel des Franzosen Mehdi Nemmouche, der sich derzeit wegen des Anschlags auf das jüdische Museum in Brüssel verantworten muss, bei dem er vier Menschen tötete. Vor der Tat soll der Angeklagte in Syrien als Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat französische Gefangene gefoltert haben. Erst im März 2012 hatte der französische Dschihadist Mohamed Merah sieben Menschen in Toulouse und Montauban erschossen, bevor er von der Polizei getötet wurde. Auch er soll vorher in Syrien gewesen sein. Sein Schwager und zwei weitere Franzosen – auch sie mutmaßliche Terroristen – sind an diesem Dienstag aus Syrien nach Frankreich zurückgekehrt. Der Fall legt die Vermutung nahe, dass Hunderte Franzosen – die Behörden sprechen von mehr als 900, Kontakt zu Dschihadisten im Irak und in Syrien haben könnten.