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Uber auf der Überholspur

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Uber auf der Überholspur

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Uber sorgt für großen Ärger in der europäischen Taxibranche. Die unkonventionellen Fahrdienste bieten per App auf dem Smartphone günstige Kurzfahrten mit Privatleuten an. Voraussetzungen: Der Fahrer hat seit drei Jahren einen Führerschein und ist nicht vorbestraft. Regelmäßige Sehtests wie bei Taxifahrern sind nicht gefordert. In großen Städten laufen die Fahrdienste herkömmlichen Taxis den Rang ab. Da sie sich gesetzlich in einer Grauzone bewegen, beschäftigen sie derzeit viele europäische Gerichte. Vor einer Woche erst hob das Frankfurter Landgericht eine einstweilige Verfügung gegen Uber auf, die die deutsche Taxigenossenschaft erwirkt hatte.

Gerangel mit der Justiz ist das kalifornische Start-up-Unternehmen gewöhnt. Pierre-Dimitri Gore-Coty, Uber Geschäftsführer für Westeuropa meint, “Uber rüttelt eine Branche auf, die sich nie mit Wettbewerbern auseinander setzen musste. Deswegen verwundern mich die derzeitigen Spannungen gar nicht. Wir können sie überwinden, indem wir einfach zum Tagesgeschäft übergehen: Das heißt, den Leuten sichere, wirksamere und verlässlichere Möglichkeiten zu bieten, um sich fortzubewegen.”

Uber ist weltweit bereits in 200 Städten vertreten – und tritt weiter aufs Gaspedal. Im deutschsprachigen Raum ist das Start-up in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Wien und Zürich vertreten. In Spanien machen Taxifahrer ihrer Wut Luft, nachdem nach Barcelona nun auch in Madrid Uber-Autos auf der Überholspur fahren. Julio San García von der Madrider Taxi Gewerkschaft beschwert sich, “wir bieten Professionalität und Sicherheit im Tansportwesen. Diese Fahrdienste stehen für Illegalität, Schwarzarbeit und mafiöse Strukturen.”

In Europa sind die Gerichtsverfahren noch lange nicht entschieden. Neue gesetzliche Grundlagen werden gesucht, um die Fahrdienste rechtlich einzuordnen. In der Zwischenzeit steht der Beruf des Taxifahrers vor einem Wandel: Er wird sich wohl an die wachsende Konkurrenz anpassen müssen.