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Ai Weiwei: Ausstellung über politische Gefangenschaft

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Ai Weiwei: Ausstellung über politische Gefangenschaft

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“@ Large: Ai Weiwei on Alcatraz” ist eine Ausstellung, mit der der chinesische Künstler und Dissident politische Häftlinge und Menschen im Exil würdigt.

Auf der US-Gefängnisinsel Alcatraz sind ab diesem Samstag 176 seiner Porträts zu sehen. Ai Weiwei ist nicht anwesend. Nach seinen Vorgaben setzten Dutzende Studenten Bilder prominenter Gefangener wie des Whistle Blowers Edward Snowden aus 1,2 Millionen Lego-Steinen zusammen.

Kuratorin Cheryl Haines begründete, “er dachte, es sei ein angemessener Ort für seine Arbeiten. Nicht nur wegen der Geschichte des Gefängnisses, sondern auch wegen der Proteste.”

Die Ausstellung kreist um Fragen zur Meinungsfreiheit und zu Menschenrechten. Themen, mit denen Ai Weiwei bestens vertraut ist. Der Kritiker, der Peking für die Zensur der Medien und der Kontrolle des Internets kritisiert, steht in China unter Hausarrest. Er darf das Land nicht verlassen.

Greg Moore, Direktor des Golden Gate National Parks erklärte, “Touristen kennen sich mit einer bestimmten Ära aus. Nämlich, als Al Capone und andere Gangster in Alcatraz einsaßen. Ai Weiwei stellt heute Fragen, die in die Tiefe gehen: Was bedeutet es, im Gefängnis zu sitzen? Was sind Menschenrechte? Und was ist politische Gefangengeschaft?”

Das chinesische Außenministerium verteidigte seine Entscheidung, den Künstler nicht zur Ausstellung in die USA reisen zu lassen. Hua Die Sprecherin Chunying meinte, China sei ein Rechtsstaat. Die zuständige Behörde regele die Ein- und Ausreisen chinesischer Bürger gemäß der chinesischen Immigrationsgesetze.

Seltsame Parallele: Der Regimekritiker Ai Weiwei verbrachte 2011 selbst mehrere Monate hinter Gittern. Offiziell wegen Steuerhinterziehung – genau wie auch der Schwerverbrecher Al Capone, der die frühere Gefängnisinsel berühmt machte.