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Frankreich trauert nach Geiselmord in Algerien

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Frankreich trauert nach Geiselmord in Algerien

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Frankreich trauert um Hervé Gourdel: Einen Tag nach der Ermordung des Wanderführers durch Islamisten in Algerien sind die Bewohner des Alpendorfs Saint-Martin-Vésubie tief getroffen. Dort lebte der 55-Jährige mit seiner Familie und betrieb eine Agentur für Bergtouren. Die Stadt rief einen Trauertag aus, für den Abend war eine Versammlung am Rathausplatz angesetzt. Im Dorf und an allen öffentlichen Gebäuden des Landes hängen die Flaggen auf Halbmast. Saint-Martin-Vésubie gedachte des Toten mit einer Schweigeminute. “Heute trauern die Menschen in den Bergen, trauert Frankreich, die Menschheit”, so eine Trauernde. “Deswegen war es wichtig für uns, heute hier zu sein.”

Auch in Algerien bestimmt die Nachricht vom Tod des Franzosen die Schlagzeilen. Deutlich wird auch die Furcht vor dem Terror – und der Ärger über die Brutalität der Dschihadisten: “Der Islam hat mit solchen Taten nichts zu tun”, so ein Mann in Tizi Ouezou, der Stadt, in der Gourdel entführt wurde. “Der Islam ist eine Religion des Friedens, es tut mir leid.”

Algerier versammeln sich, nicht nur um die Enthauptung Gourdels zu verurteilen: Sie verlangen von ihrer Regierung, den Extremismus in der Kabylei zu bekämpfen, der Region, in der der Franzose entführt wurde.