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Neuer Mindestlohn in Portugal

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Neuer Mindestlohn in Portugal

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Der Mindestlohn in Portugal ist erstmals seit Beginn der Euro-Schuldenkrise im Jahr 2011 wieder angehoben worden. Die konservative Regierung, die Arbeitgeber und die Gewerkschaften vereinbarten am Mittwoch in Lissabon eine Erhöhung um 20 auf 505 Euro. Das Abkommen tritt am 1. Oktober in Kraft. Und doch: Die Gewerkschaften geben sich unzufrieden.

“Für die meisten Portugiesen fällt das ja kaum ins Gewicht. Das kann also nur ein Zeichen sein. Die Wirtschaft muss nun die nötigen Schritte einleiten”, so Carlos Silva von der UGT. Auch Arménio Carlos von der CGTP gab sich kritisch: “Diese Übereinkunft kommt spät und ist unzureichend. Der Mindestlohn wird so genutzt, dass letztlich wieder nur die Arbeitgeber vom Staat unterstützt werden.”

Die Gewerkschaften hatten auf einem Mindestgehalt von mindestens 515 Euro bestanden, das rückwirkend zum 1. Juni in Kraft treten sollte. Experten hatten davor gewarnt.

Die Arbeitslosenquote war in den vergangenen Monaten in Portugal von einem Rekordniveau auf zuletzt rund 14 Prozent gefallen. Die EU und der Internationale Währungsfonds hatten Portugal 2011 mit 78 Milliarden Euro vor dem Bankrott bewahrt. Im Gegenzug verpflichtete sich Lissabon zu einem strengen Sanierungsprogramm.