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Rohani wirft dem Westen "verfehlte Strategien" im Mittleren und Nahen Osten vor

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Rohani wirft dem Westen "verfehlte Strategien" im Mittleren und Nahen Osten vor

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Der iranische Präsident Hassan Rohani hat dem Westen vorgeworfen, mit seinen “verfehlten Strategien” verantwortlich für den Aufstieg des Terrorismus in der Welt zu sein. Der Westen habe nichts begriffen, betonte der als gemäßigt geltende Staatspräsident bei seinem zweiten Auftritt vor der UNO-Generalversammlung in New York:

“Die strategischen Fehler des Westens im Nahen Osten, Zentralasien und dem Kaukasus haben diese Teile der
Welt in einen Himmel für Terroristen verwandelt. Die militärischen Interventionen im Irak und in Afghanistan sowie eine falsche Einschätzung der Entwicklung in Syrien sind deutliche Beispiele für die verfehlte Strategie im Mittleren Osten.”

Terrorismus sei das Ergebnis von Armut und Unterentwicklung. Weiterhin sagte er: “Demokratie ist das Ergebnis von Wachstum und Entwicklung und nicht das Ergebnis von Krieg und Aggression. Demokratie ist kein Exportgut, das aus dem Westen in den Osten geschickt werden kann.”

Trotz der Kritik haben sich die Beziehungen des Westens zur iranischen Führung seit dem Amtsantritt Rohanis merklich verbessert. Das zeigte auch ein Treffen am Rande der UN-Versammlung zwischen Rohani und dem britischen Premierminister David Cameron.

“In seiner diplomatischen Standardrede hat Präsident Rohani dem Westen die Schuld für die schweren Zeiten im Mittleren Osten gegeben. Aber er erwähnte die USA und Großbritannien nicht namentlich. Das lässt auf bessere Beziehungen in der Zukunft hoffen”, so euronews-Reporter Stefan Grobe in New York.