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Überleben im türkischen Flüchtlingslager

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Überleben im türkischen Flüchtlingslager

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Ein Flüchtlingslager im türkischen Suruç, etwa zehn Kilometer vom syrischen Kobani entfernt. Die ganze Familie Misto verließ die Stadt vor einer Woche. Sie stammt aus einem Dorf, in dem Araber und Kurden Jahrzehnte lang friedlich nebeneinander lebten.

Mustafa Misto hat fünf Kinder, er ist Mitte 30 Jahre alt. “Die Dschihadisten von ISIL kamen in unser Dorf und die Lage der Leute hat sich verschlechtert,” erinnert e sich. “Alle rannten panikartig weg. Was haben diese Kinder verbrochen? Sie hatten Angst. Man griff uns mit Bomben und Panzern an. Die Menschen haben nichts mit dem Krieg zu tun, aber sie sind diejenigen, die sterben. Die Situation ist schwierig. Hier versuchen sie sich um uns zu kümmern, aber für die Kinder ist es zu hart. Wir können nur sitzen und abwarten.”

Seine Schwester beklagt, auf dem Weg hier hin habe man ihr Vieh gestohlen, sie seien ausgeraubt worden. Sie hätten Haus, Hof und ihr Auto zurücklassen müssen. Die Miliz habe alles abgebrannt. Sie hätten selbst Babys verletzt, ihnen sei alles zuzutrauen.

Im Flüchtlingslager fehle es an Wasser, die Lage sei erbärmlich. Doch vorerst kann Familie Misto nicht weg – sie hat alles verloren auf der Flucht vor den Islamisten von ISIL.