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ISIL: reich durch Öl, Schutzgelder und Spenden

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ISIL: reich durch Öl, Schutzgelder und Spenden

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Über eins kann sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat nicht beschweren: Über zu wenig Waffen oder zu wenig Geld. Sie ist reicher als alle anderen Extremistengruppen. Wenn sie früher vor allem auf Spenden wohlhabender Golfstaaten angewiesen war, so soll sie sich derzeit finanziell selbst tragen.

Es wird geschätzt, dass Erdöl derzeit die größte Einnahmequelle der ISIL ist. Die Schwarzmarktverkäufe machen demnach mehr als 50% ihres Budgets aus. Als zweitwichtigster Posten wird Geld aus Plünderungen eroberter Gebiete vermutet, sowie Schutzgelderpressungen, illegaler Antiquitätenhandel, Lösegelder und Menschenhandel. Es kommen Steuern hinzu, die Unternehmen auferlegt werden.

Da die Geldströme in dunklen Kanälen verlaufen, ist es schwer sie zu kappen. US-Geheimdiensten zufolge macht die Dschihadistenorganisation täglich drei Millionen Dollar. Um ihr den Geldhahn zuzudrehen, haben die USA und ihre Verbündeten deshalb Ölraffinerien bombardiert, die unter Kontrolle der ISIL stehen.

Allerdings hat die Gruppe auch große Ausgaben: Sie muss ihre Kämpfer bezahlen. Ein großes Gebiet zu verwalten, sei außerdem kostspielig, meint Robin Mills, ein Experte aus Dubai, der auf Energiewirtschaft spezialisiert ist. Auch er geht davon aus, dass der illegale Ölhandel das größte Standbein von ISIL ist. “Wenn es sich um zwei bis drei Millionen Dollar täglich handelt, dann macht das zwischen 700 Millionen bis zu einer Milliarde Dollar pro Jahr. Für eine Extremistenmiliz ist das ist eine ungeheure Summe.
Für einen Staat, für den sich die Gruppe hält, ist es jedoch sehr wenig Geld. In den Gebieten, die die Dschihadisten kontrollieren, müssen soziale Einrichtungen finanziert und die Wirtschaft am Leben gehalten werden. Angesichts dessen ist eine Milliarde Dollar ein Tropfen auf dem heißen Stein im Vergleich zum Geld, das dort früher ausgegeben wurde.”

Seit Beginn ihrer Offensive soll die ISIL-Gruppe in Syrien und im Irak mittlerweile ein Gebiet vom Ausmaß Großbritanniens kontrollieren.