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Russische Justiz sperrt Aktien des festgesetzten Oligarchen Jewtuschenkow

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Russische Justiz sperrt Aktien des festgesetzten Oligarchen Jewtuschenkow

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Fünf Jahre nach dem Verkauf des Ölkonzerns Bashneft
will der russische Staat von dem wegen Geldwäsche angeklagten Oligarchen Wladimir Jewtuschenkow die Rückgabe der Firma erzwingen.
Die Privatisierung sei damals unter schweren Gesetzesverstößen abgelaufen, sagte die Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft, Marina Gridnewa. Die Bashneft-Aktien seien deshalb nun im Interesse des russischen Staates gesperrt worden.

Bashneft gehört zu Jewtuschenkows Mischkonzern AFK Sistema. Ziel eines Gerichtsverfahrens sei es, die Aktien dem ursprünglichen Eigentümer zurückzugeben, hieß es bei der Generalstaatsanwaltschaft.

Der Milliardär Jewtuschenkow galt bisher mit rund 5 Milliarden Euro Vermögen als einer der reichsten Männer Russlands – aktuell wird er auf der Forbes-Liste als einer der “Verlierer des Tages” geführt – mit genau der Hälfte. Er steht unter Hausarrest.

Das Moskauer Schiedsgericht soll am 9.
Oktober über die Klage der Generalstaatsanwaltschaft auf Rückgabe der Aktien entscheiden.

An der Börse in der russischen Hauptstadt löste die Nachricht einen Kurssturz aus. Sistema-Aktien brachen um zehn, Bashneft-Papiere um sechs Prozent ein. Die Bashneft-Aktien haben mit Beginn des juristischen Vorgehens seit Juli etwa die Hälfte ihres Wertes verloren. Sistema hatte vor fünf Jahren Bashneft übernommen und besitzt rund 80 Prozent der Anteile. Auch der Rubel verlor, der Dollar kostete 38,97 Rubel – so viel wie nie zuvor.

Zuletzt war spekuliert worden, dass der staatliche Ölkonzern Rosneft Interesse an dem aufstrebenden Rivalen Bashneft haben könnte. Rosneft-Chef Igor Setschin gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin.

Ein einflussreicher Unternehmerverband hatte Jewtuschenkows Hausarrest als politisch motiviert bezeichnet und mit dem Fall des Regierungskritikers und früheren Chefs des mittlerweile zerschlagenen Ölkonzerns Yukos, Michail Chodorkowski, verglichen. Er war unter anderem wegen Steuerbetrugs angeklagt worden und saß jahrelang in Haft. Seine Festnahme hatte das Vertrauen internationaler Anleger in Russland untergraben. Einen Großteil von Yukos hatte sich der Rivale Rosneft ROSN.MM einverleibt. Rosneft stieg – unter anderem dank dieses Manövers -inzwischen zum weltgrößten börsennotierten Ölkonzern auf.

su mit dpa, Reuters