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Lawrow wirft dem Westen Versuch der globalen Dominanz vor

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Lawrow wirft dem Westen Versuch der globalen Dominanz vor

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Der russische Außenminister Sergei Lawrow hat in einer Rede vor der UN-Vollversammlung die US-Luftangriffe auf Ziele in Syrien erneut als Verstoß gegen internationales Recht kritisiert.

Den französischen Vorschlag, in Fällen eklatanter Menschenrechtsverstöße Veto-Rechte der ständigen UN-Sicherheitsratsmitglieder auszusetzen, wies Lawrow am Rande der Versammlung als nicht machbar zurück.

“Der Kampf gegen den Terror sollte auf dem stabilen Fundament des internationalen Rechts stehen”, sagte Lawrow vor der Vollversammlung. “Die Versuche, sich über die Charter unserer Organisation hinwegzusetzen, werden nicht zum Erfolg unserer gemeinsamen Anstrengungen beitragen. Der Kampf gegen den Terrorismus auf syrischem Territorium sollte in Zusammenarbeit mit der syrischen Regierung geführt werden, die dazu auch klar Bereitschaft signalisiert hat.”

Auch wenn er gegenüber den USA wieder sanftere Töne anschlug, übte Lawrow ganz allgemeine Kritik an der westlich geprägten Weltordnung.

“Als der Westen die Führungsrolle übernahm, zwang er der Menscheit Strukturen und Standards auf, die alles andere als harmlos sind. Seit die USA und EU den Sieg des Kalten Krieges reklamierten und den Anfang vom dann sogenannten ‘Ende der Geschichte’ ankündigten, arbeiten sie an der Vergrößerung des von ihnen kontrollierten geopolitischen Raums. Dabei berücksichtigen sie nicht die Ausgewogenheit der rechtlichen Interessen aller europäischer Nationen”, so Lawrow.

Am Rande der UN-Versammlung kam Lawrow außerdem mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi zusammen. Wang sagte im Anschluss, man sei sich einig, die strategische Kooperation zwischen Russland und China in internationalen Gremien wie den Vereinten Nationen zu intensivieren.