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Leid der Jesiden: Frauen und Mädchen von Dschihadisten missbraucht


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Leid der Jesiden: Frauen und Mädchen von Dschihadisten missbraucht

Schon vor Monaten hatten in Deutschland lebende Jesiden von unvorstellbaren Gräueltaten der IS-Dschihadisten im Irak gegen ihre Religionsgemeinschaft berichtet – vor allem von entführten Frauen und Mädchen, die von der Terrormiliz “Islamischer Staat” (oder ISIL) verkauft und als Sexsklavinnen missbraucht werden.

Jetzt hat der Reporter des französischen Radiosenders France Info Etienne Monin in der kurdischen Stadt Erbil mit Frauen gesprochen, die den Islamisten entkommen konnten. “In der Hölle der Jesiden im Irak: Sexsklavinnen der Dschihadisten” ist der Titel seiner Reportage.

Die im sechsten Monat schwangere Amsha erzählt, dass die jesidischen Frauen und Mädchen aus der Region Shingal in die von ISIL kontrollierte Stadt Mosul gebracht und dort festgehalten wurden. Eine Frau wurde jeweils zwölf Dschihadisten zugeteilt und vergewaltigt. Amsha ist 19, sie hat auch einen anderthalbjährigen Sohn.

Selbst zehnjährige jesidische Mädchen seien gekidnappt und vergewaltigt worden. Die Islamisten beschimpfen die Jesiden als Ungläubige. Jesiden sind Kurden und Anhänger einer mehr als 4.000 Jahre alten monotheistischen Religion. Sie leben vor allem in Syrien und im Irak und werden von der Terrormiliz IS besonders extrem verfolgt.

Amsha konnte dank der Hilfe schiitischer Bewohner von Mosul fliehen und dem grausamen Schicksal, als Sexsklavin zu leben, entkommen.

In der Millionenstadt Mosul hatte ISIL schon im Juni die Kontrolle übernommen und die Scharia eingeführt – auch Christen und Schiiten werden von den sunnitischen Dschihadisten verfolgt. Massenerschiessungen von Soldaten der irakischen Armee, die mehrheitliche Schiiten sind, waren auf Propaganda-Videos der Islamisten zu sehen. Doch am härtesten trifft es offenbar die Jesiden.

Vor wenigen Tagen berichtete die britische Zeitung Telegraph von Augenzeugen aus Mosul im Irak und aus Rakka in Syrien, die erklärten, dass die jesidischen Frauen als menschliche Schutzschilde eingesetzt würden. Ihre Kommandozentralen und ihre eigenen Familien würden die Dschihadisten aus beiden Städten wegen der US-Luftschläge abziehen.

Rakka war eigentlich eine Art “Hauptstadt” des von den Islamisten ausgerufenen Kalifats. Seit die USA ihre Bombardierungen auch auf Syrien ausgeweitet haben, versuchten die Dschihadisten sich mehr und mehr unter die lokale Bevölkerung zu mischen, erzählen Augenzeugen.

Eine deutschsprachige Internetseite der Jesiden, die sich selbst auch als Yeziden, Eziden oder Yazidi bezeichnen, ist Ezidipress. Dort gibt es regelmässig neue Berichte zum Schicksal der Jesiden im Irak und in Syrien.

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