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NanoKnife gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs

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NanoKnife gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs

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Am Londoner Princess Grace Hospital
kommt eine neue Methode zur Behandlung von Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs zum Einsatz, die sogenannte Irreversible Elektroporation (IRE) mittels NanoKnife. Das Tumorgewebe wird durch kurze, mehrere Tausend Volt starke elektrische Impulse abgetötet. Chirurgen und Radiologen arbeiten dabei Seite an Seite im OP.
Verwendet wird das Verfahren nur bei Patienten in einem fortgeschrittenen Stadium, wenn der Tumor nicht mehr operativ entfernt werden kann.

Der Radiologe Edward Leen erläutert: “Zwischen den beiden Nadeln entsteht ein elektrisches Feld mit einer hohen Spannung von bis zu 3000 Volt. Wenn man eine so starke Stromspannung einsetzt, werden die Zellen destabilisiert, es entstehen Nanolöcher in der Zellmembran, also in der Schicht, die die Zelle umhüllt.

“Wenn die Membran der Zellen durchlöchert ist, begeben sich die diese in den sogenannten freiwilligen Zelltod. Sie sterben ab und werden vom Körper entsorgt. Ein bisschen so, als wenn unzählige kleine Wunden in der Haut sind und sämtliche Körperflüssigkeiten herausströmen.”

Das Verfahren wurde 2006 erstmals zugelassen und ist inzwischen an mehreren europäischen Krankenhäusern im Einsatz.

Edward Leen, Imperial College London: “Die Erfahrungen zeigen, dass wir Krebs mit diesem Verfahren kontrollieren, aber nicht heilen können. Vor allem bei Bauchspeicheldrüsenkrebs muss die Behandlung mit einer Chemotherapie kombiniert werden.”

Andere Gewebestrukturen wie Nerven, Blutgefäße und angrenzendes, gesundes Gewebe bleiben unberührt. Das bedeutet weniger Nebenwirkungen. Die Patienten erholen sich schneller.

Besondere Bedeutung wird dem Verfahren bei der Behandlung kompliziert lokalisierter Tumoren beigemessen. Bisher erforschte Einsatzgebiete umfassen Bauchspeicheldrüsen-, Prostata-, Nieren- und Leberkrebs.