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UN-Ankläger: Karadzics Schuld am Völkermord in Bosnien eindeutig bewiesen

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UN-Ankläger: Karadzics Schuld am Völkermord in Bosnien eindeutig bewiesen

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Der ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic ist verantwortlich für den Völkermord im Bosnienkrieg, das erklärte die Anklage am Den Haager UN-Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien am Montag in ihrem Schlussplädoyer. Sie sieht die Schuld Karadzics als eindeutig bewiesen an und will eine lebenslange Haftstrafe beantragen.

Das fordert auch Munira Subasic von der Vereinigung der Mütter von Srebrenica. Das Massaker in der damaligen UN-Schutzzone steht im Zentrum des Prozesses. “Eine lebenslange Haftstrafe ist das Mindestmaß an Gerechtigkeit und würde den Opfern helfen”, so Subasic, “ansonsten hat das Tribunal überhaupt keinen Sinn. Wenn Karadzic nicht zu einer lebenslangen Hafstrafe verurteilt wird, dann wäre das ein deutliches Zeichen dafür, dass Europa und die Welt wollten, das der Völkermord passiert, weil wir Muslime sind.”

1995 hatten serbische Einheiten unter Ex-General Ratko Mladic Srebrenica überrannt und etwa 8000 muslimische Jungen und Männer ermordet. Karadzic bestreitet, von dem Völkermord gewusst zu haben. Er begründete Gewalttaten mit dem damals herrschenden Kriegszustand. In den sechseinhalb Jahren des Prozesses habe ihr Vater seine Unschuld beweisen können, so Karadzics Tochter Sonja. Wenn es Gerechtigkeit gebe, und Den Haag nicht nur im Auftrag der NATO handeln würde, dann würde er frei gesprochen.

In der serbisch geführten Republik Srpska im heutigen Bosnien-Herzegowina teilen viele Menschen diese Meinung: Sonja Karadzic tritt dort bei den Parlamentswahlen für die Partei an, die ihr Vater einst führte.