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Die Welt existiert noch immer: CERN feiert 60-jähriges Bestehen

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Die Welt existiert noch immer: CERN feiert 60-jähriges Bestehen

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Mit einer großen Gala hat die Europäische Organisation für Kernforschung bei Genf, eher bekannt unter dem französischen Akronym CERN, am Montag ihr 60-jähriges Bestehen gefeiert.

Viele Errungenschaften haben die CERN-Labore seither hervorgebracht. Darunter ganz handfeste wie medizinische Bildgebungsverfahren oder das World Wide Web: der Standard, der das Internet noch heute navigier- und sichtbar macht. Immer basieren solche Errungenschaften auf dem Unfassbaren, dem eigentlichen Metier der Wissenschaftler am CERN.

In diesem Sinne passend war da auch eine Aufführung von LHChamber Music im Rahmen der Zeremonie – einem lebhaften Stück basierend auf Daten, die mit Hilfe des weltweit einmaligen LHC-Beschleunigers der Organisation gewonnen wurden. Wissenschaftskritiker hatten bei Inbetriebnahme der ungeheuren Anlage unvorhersehbare Konsequenzen wie die Erschaffung schwarzer Löcher auf Erden befürchtet.

21 Nationen tragen CERN heute gemeinsam, darunter auch Israel. Zusammengenommen forschen und arbeiten dort aber tausende Gastwissenschaftler und Techniker aus über 100 Nationen – und verkörpern auch dadurch eine Vision, wie Generaldirektor Rolf Heuer meint.

“Es ist faszinierend dabei zuzusehen, wie Wissenschaftler und Techniker aus Ländern, die normalerweise keinen entspannten Umgang miteinander haben, hier ganz einfach reden und auch zusammen feiern können”, so Heuer. “Ich denke, das sollte ein Modell für jedermann sein.”

Gemeinsam gelang den Wissenschaftlern zuletzt der Nachweis des Higgs-Bosons, eines zuvor rein theoretischen Elemantarteilchens, dessen weitsichtige Entdecker dann 2013 auch den Nobelpreis bekamen.

“Mit dem berühmten Higgs-Boson haben wir gerade das Standardmodell der Physik etwas weitergebracht, das aber nur fünf Prozent des Universums erklärt”, sagt Heuer. “95 Prozent des Universums sind dunkel: dunkle Materie, dunkle Energie. Meiner Meinung nach ist es höchste Zeit, dass wir dieses dunkle Universum betreten. Das ist eines der großen Ziele für die nähere Zukunft.”

euronews-Reporter Claudio Rosmino: “Während der 60 Jahre seiner Existenz hat die Europäische Organisation für Kernforschung also nicht nur unser Wissen revolutioniert, sondern auch ein erfolgreiches Modell für die Koexistenz und Zusammenarbeit verschiedener Kulturen geschaffen.”