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"Ebola ist schneller als wir": Betroffene Länder fordern mehr Hilfe

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"Ebola ist schneller als wir": Betroffene Länder fordern mehr Hilfe

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Monate nach dem Bekanntwerden der Ebola-Epidemie in Westafrika ist die Lage katastrophal: In Liberia verdoppelt sich die Zahl der Infizierten laut US-Seuchenschutzbehörde derzeit etwa alle zwei Wochen. Das Land ist mit bisher 1830 registrierten Toten am schlimmsten betroffen.

Die Außenminister Sierra Leones und Liberias forderten die Weltgemeinschaft vor der UN-Vollversammlung in New York zu mehr Hilfe auf. Liberias Chefdiplomat Augustine Kpehe Ngafuan bezeichnete die Epidemie vor der UN-Vollversammlung in New York als Lauffeuer: “Ebola hat uns alle völlig überrannt”, so Ngafuan. “Es ist schneller als alle unsere gemeinsamen Anstrengungen. Der immer größer werdende tödliche Ebola-Radius hinterlässt im ganzen Land leider eine Spur traumatisierter Waisen, darunter auch ein zehnjähriges Kind aus Baka Du in Lofa, das als einziges Mitglied seiner zwölfköpfigen Familie überlebte.”

Auch die wirtschaftlichen Folgen sind verheerend: Laut Ngafuan sei das Bruttoinlandsprodukt Liberias bereits um mehr als drei Prozent gesunken. Guinea und Sierra Leone berichten von ähnlichen Einbrüchen. Wegen der Schließung vieler Wochenmärkte und der Reiserestriktionen befürchten Experten zudem eine Hungersnot.

Hilfsorganisationen drängen seit Wochen auf einen humanitären Luftkorridor, der nun vom Senegal aus eingerichtet werden soll. Notleidende und Helfer sollen so mit Medikamenten, Schutzausrüstungen und Nahrung versorgt werden. Eine erste Maschine des Welternährungsprogramms der UN könnte am Samstag starten. Auch die Bundeswehr will von der senegalesischen Hauptstadt Dakar aus Lufttransporte nach Liberia schicken.

Dem bislang schwersten Ebola-Ausbruch, der vor sechs Monaten erkannt worden war, sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits mehr als 3000 Menschen zum Opfer gefallen. Die Zahl der Infizierten stieg auf mehr als 6500. Die WHO rechnet aber mit einer hohen Dunkelziffer, da viele Menschen in abgelegenen Gegenden sterben, ohne dass diese Todesfälle registriert werden.

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