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Regenschirm-Revolution: Gegen das Diktat von oben

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Regenschirm-Revolution: Gegen das Diktat von oben

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Ein Land, zwei Systeme. Hongkong war 150 Jahre lang eine britische Kronkolonie. 1997 wurde sie an China zurückgegeben. Sie ist seitdem eine Sonderverwaltungsregion als Teil der Volksrepublik. 50 weitere Jahre soll Hongkong seine Freiheiten behalten: Was Politik, Justiz und Steuern, Meinungsfreiheiten, die Wirtschaft sowie die eigene Währung betrifft. Hongkong ist ein großes internationales Finanzzentrum. Es beherbergt einen großen Hafen für chinesische Exporte.

Ursprünglich sehen die chinesisch-britischen Vereinbarungen vor, die Demokratie weiter voranzutreiben und den Regierungschef 2017 direkt wählen zu lassen. Aber die kommunistischen Behörden haben im August beschlossen, die Regeln zu ändern: Die Kandidaten brauchen das OK aus Peking, um überhaupt bei der Wahl antreten zu dürfen. Außerdem sollen sie Patrioten und prochinesisch sein.

Willkürliche Kriterien, meinen offenbar viele in Hongkong. Die Entscheidung zog umgehende Proteste nach sich, auf denen die Demonstranten mehr Demokratie forderten. Zunächst streikten die Studenten, dann auch Tausende prodemokratische Aktivisten im Finanzbezirk Central, wo auch die Regierung beheimatet ist. Die Mobilisierung geht weiter und Benny Tai, der Führer der Bewegung “Occupy Central with Love and Peace”, sagt: “Die Zukunft der demokratischen Bewegung ist ein wichtiges Thema in Hongkong, vor allem nach den größten Demonstrationen zivilen Ungehorsams, die es dort jemals gegeben hat. Alle Hongkonger Bürger, die mitmachen, werden Zeit haben, darüber nachzudenken. Aber eins ist sicher: Wir werden niemals aufgeben, für die Demokratie in Hongkong zu kämpfen.”

Hongkong fordert mehr Demokratie, während Peking die Zensur der sozialen Medien verschärft. Bleibt abzuwarten, wie China mit den Protsten umgeht, mit den größten, die es seit den Massendemonstrationen auf dem Platz des Himmlischen Friedens auf chinesischem Gebiet gegeben hat.