Eilmeldung

Eilmeldung

Regenschirm-Revolution in Hongkong: Regierungschef will nicht nachgeben

Sie lesen gerade:

Regenschirm-Revolution in Hongkong: Regierungschef will nicht nachgeben

Schriftgrösse Aa Aa

Fünfter Tag der Proteste in Hongkong: Auch wenn sich die Demonstranten am Morgen etwas ausdünnten, bleiben Tausende auf den Straßen der chinesischen Sonderverwaltungszone. Die Studentenführer der sogenannten Regenschirmrevolution drohten damit, die Proteste noch auszuweiten, sollte Regierungschef Leung Chun-ying nicht zurücktreten. Der von Peking eingesetzte Verwaltungschef gab sich unbeirrt: “Die Organisatoren der Occupy Central haben angekündigt, dass sie die Proteste stoppen, wenn diese außer Kontrolle geraten. Ich rufe sie dazu auf, sich an dieses Versprechen zu halten und ihre Aktionen zu beenden.”

Die von der Bürgerbewegung “Occupy Central with Love and Peace” und von Studenten getragenen Proteste hatten in den vergangenen Tagen Teile des wirtschaftlichen Lebens und Verkehrs lahmgelegt. Die Demonstranten fordern echte Demokratie in der ehemaligen britischen Kolonie.

London und Peking hatten sich vor der Rückgabe auf besondere Regeln für Hongkong geeinigt, daran erinnerte der britische Premier. Die Lage in Hong Kong beschäftige ihn sehr, so David Cameron. Als man die Vereinbarung “ein Land, zwei Systeme” getroffen habe, seien auch Details dazu vereinbart worden, wie wichtig es sei, den Menschen in Hongkong eine demokratische Zukunft zu ermöglichen.

Hongkong genießt im Gegensatz zum chinesischen Festland Presse- und Meinungsfreiheit. Die Proteste entzündeten sich an dem Vorhaben Pekings, für 2017 zwar direkte Wahlen zuzulassen, aber keine freie Nominierung der Kandidaten für das Amt des Regierungschefs erlauben zu wollen. Besonders der Einsatz von Tränengas gegen friedliche Demonstranten in der Nacht zum Montag trieb die Hongkonger, die traditionell sehr diszipliniert demonstrieren, in Scharen auf die Straßen. Die Regenschirme, mit denen sich die Demonstranten vor dem Tränengas schützen wollten, sind mittlerweile zum Namensgeber der Proteste geworden.