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3700 Kinder in Westafrika sind Ebola-Waisen

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3700 Kinder in Westafrika sind Ebola-Waisen

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Mindestens 3700 Kinder in Liberia, Guinea und Sierra Leone haben durch die Ebola-Epidemie Mutter, Vater oder beide Eltern verloren. Das besagen neueste Schätzungen von UNICEF. Viele der Waisenkinder sind auf sich allein gestellt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben sich inzwischen mehr als 6500 Menschen mit dem Virus angesteckt, mehr als 3000 sind gestorben.

Laut Schätzungen der WHO sind rund 15 Prozent der Ebola-Toten Kinder. Aufklärungskampagnen sollen helfen. Um spielende Jugendliche vor Ansteckung zu schützen, gibt es spezielle Plätze, wo sie sich die Hände waschen können. Ein Mitglied eines Kinderhilfevereins erklärt: “Kinder spielen immer draußen. Sie fassen sich an, sie umarmen sich. Auch wenn man ihnen sagt: Fasst euch nicht an, spielen sie Fußball. Man sieht das jeden Tag, es geht also darum, mit ihnen zu sprechen und sie aufzuklären.”

Bildung ist ein weiteres Problem. In Westafrika bleiben viele Schulen geschlossen. In Sierra Leone hat die Regierung ein Projekt angestoßen, bei dem Schulkinder mithilfe eines Radio-Programms unterrichtet werden. Der Projektverantwortliche Brima Michael Turay sagt: “Wir haben mehr als 22 Lehrer in diesem Kampf gegen das Ebola-Virus verloren. Man kann sich vorstellen, dass diese Lehrer mit den Schülern in Kontakt gekommen wären, wenn wir die Schulen offen gelassen hätten. Gott allein weiß, wie viele Schüler sich angesteckt hätten und wie viele Familien zu Hause krank geworden wären. Deshalb haben wir die Schulen geschlossen.”

Die Hilfe für die Ebola-Länder läuft nur schleppend an. UNICEF beklagt, dass von den versprochenen 200 Millionen Dollar Unterstützung der Weltbank bisher nur ein Viertel angekommen ist.