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Interessenskonflikte in der Familie des künftigen Klimakommissars

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Interessenskonflikte in der Familie des künftigen Klimakommissars

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Die Auskunft des designierten EU-Klimakommissars Miguel Arias Canete zu möglichen Interessenskonflikten in seiner Familie ist nach Ansicht vieler Europaabgeordneter unzureichend ausgefallen. Der spanische Politiker, der bis vor kurzem Teilhaber zweier Ölfirmen war, versicherte bei seiner Anhörung in Brüssel, er habe seine Anteile verkauft und sein Sohn sei aus dem Vorstand zurückgetreten. Unbestätigten Meldungen zufolge ist der Schwager Canetes weiterhin Anteilseigner. Zudem werden dem konservativen Spanier sexistische Äußerungen vorgeworfen. “76 Mitglieder des Europaparlaments unterzeichneten ein Schreiben, in dem sie Canete als künftigen Kommissar ablehnen”, erläutert unsere Korrespondentin Marta Vivas. “Die meisten von ihnen Grüne oder Linke. Sie fordern die spanische Regierung darin auf, einen anderen Kandidaten zu nominieren.” Mehrere Dutzend Menschen protestierten in Brüssel gegen Canete. Luis Morag, Vertreter der gemeinnützigen Organisation Aavaz, meinte: “Die persönlichen und finanziellen Interessen Canetes sowie die seiner Familie in der Ölindustrie, seine Zustimmung zur Erkundung von Erdöl-Lagerstätten in Spanien als er Umweltminister war, stehen im Widerspruch zu seinen künftigen Aufgaben.” Die spanische Presse zitierte Canete mit einer Äußerung, in der er von der intellektuellen Überlegenheit der Männer gegenüber Frauen sprach.