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Samarkand - Usbekistans kultureller Knotenpunkt

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Samarkand - Usbekistans kultureller Knotenpunkt

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Die usbekische Stadt Samarkand hat als Gastgeber der 99. Sitzung des Exekutivrats der Welttourismusorganisation für eine besondere Stimmung gesorgt. Die größte Stadt Usbekistans wurde 2001 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Sie blickt auf eine mehr als 2500-jährige Geschichte zurück. Vor 20 Jahren wurde dort auch die Erklärung zum Tourismus auf der Seidenstraße beschlossen.

Während seiner Eröffnungsrede betonte der usbekische Präsident Islam Karimov, dass der Tourismus sich nicht entwickeln könne, ohne Frieden, Sicherheit sowie politische und wirtschaftliche Stabilität in der Welt.

Hauptthemen der Konferenz waren Erleichterungen für Visa und die Entdeckung neuer touristischer Routen. Im ersten Halbjahr 2014 ist der Tourismus weltweit um rund fünf Prozent gestiegen.

“Tourismus ist ein sehr wichtiger Sektor, eine sehr wichtige Beschäftigung im Leben der Menschen von heute”, betont Taleb Rifai, Generalsekretär der Welttourismusorginsation, “wir unterschätzen, wie er ihre Leben und ihr Einkommen beeinflusst und wie viele Jobs er schafft.” Das alles habe den Entscheidungsträgern die Augen geöffnet und sie würden den Tourismus nun ernster nehmen.

Für Usbekistan ermöglicht das Forum, sich von seiner besten Seite zu zeigen. Es hilft ihnen, Investoren anzulocken und ihre attraktivsten historischen Plätze sowie ihre berühmte Gastfreundschaft der internationalen Gemeinschaft vorzustellen.

“Dass wir diese Konferenz in Samarkand organisiert haben, hat den Weg geebnet, mehr Touristen nach Usbekistan zu locken – vor allem solche, die Samarkand besuchen wollen”, erklärt der usbekische Tourismusminister Farrukh Rizaev. Sie könnten die Stadt für ein größeres Publikum öffnen und ihre Rolle im Tourismus sowie ihre Bedeutung im Seidenstraßenprojekt stärken.

Die Märkte Zentralasiens zeichnen sich durch ihre eigene Geschichte aus. Die Leute auf dem Basar in Samarkand sind sich sicher, dass man nur hier die saftigsten Melonen, die süßesten Weintrauben, und die am besten schmeckenden Nüsse finden kann. Und nur hier kann man den schönsten selbst gemachten traditionellen usbekischen Hut “tyubeteika” kaufen.

“Samarkand und die anderen Städte in der Umgebung sind sehr mystische Orte”, berichtet ein junges Paar aus Mexiko, “es gibt viel zu sehen und hoffentlich haben wir die Zeit und das Geld, um noch einmal zurückzukommen.”

Bevor man den Basar verlässt, sollte man unbedingt das typische Samarkand-Brot probieren, welches eine Woche lang frisch bleibt – und das Feilschen nicht vergessen! Schließlich ist es ein orientalischer Basar.

Die große Seidenstraße, die durch das antike Samarkand verlief, verband China und Europa über mehrere Jahrhunderte. Heute ist sie eine gut organisierte Touristenroute im Vergleich zu den Gefahren und Risiken, die in früheren Jahrhunderten drohten. Doch wie können Länder wie Usbekistan die Seidenstraße so gut wie möglich nutzen und sie noch attraktiver für Besucher gestalten? Antworten auf diese Fragen könnte Millionen Menschen den Zugang zu einem einzigartigen Erbe der Menschheitsgeschichte ermöglichen.