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Smile: Selfie-Trend macht auch vor Mekka nicht halt

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Smile: Selfie-Trend macht auch vor Mekka nicht halt

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Selfies sind in aller Munde, selbst im Duden stehen sie inzwischen schon.

Der eigentlich so banale wie meist schräge Schnappschuss des eigenen Antlitzes per ausgestrecktem Arm fand erst über soziale Medien Verbreitung – und spätestens mit Obamas umstrittenen Selfie bei den Mandela-Trauerfeierlichkeiten in Südafrika Einzug in die Massenmedien.

Dem opportunistischen Selfie-Fotografen scheint dabei scheinbar garnichts heilig zu sein – nicht einmal Mekka. Wie arabische Nachrichtenseiten berichten, möchte eine rasant wachsende Zahl Pilger die großen Momente der Hadsch offenbar nicht nur im Kopf, sondern auch auf der Kamera festhalten. Meist, um sie dann später über die sozialen Medien zu teilen.

Doch die Bilder, die oft im Umfeld der Kaaba entstehen, dem wichtigsten Heiligtum des Islam, verärgern inzwischen einige islamische Gelehrte. “Solche Selfies und Videos widersetzen sich den Wünschen unseres Propheten”, klagen der saudi-arabische Kleriker Assim Al-Hakeem und andere auch der BBC.

Gegenüber Arab News erklärte der in der Hafenstadt Dschidda ansässige Scheich: “Fotos sind an sich – wenn sie ohne legitimen Grund gemacht werden – unter Gelehrten umstritten. Abseits dieser Meinungsunterschiede sollte aber keine Zweifel am Sinn und der Bedeutung der Hadsch bestehen.”

“Als der Prophet – Friede sei mit ihm – auf die Hadsch ging, wollte er eine ehrliche und bescheidene Pilgerfahrt ohne Angeberei und Großspurigkeit. So wiedersprechen die Selfies und Videos dem Willen des Propheten”, glaubt Al-Hakeem.

Weiterführender Link: Selfies von der Hadsch bei Buzzfeed