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Endspurt im brasilianischen Präsidentschaftswahlkampf: Roussef weiter vorn

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Endspurt im brasilianischen Präsidentschaftswahlkampf: Roussef weiter vorn

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Kurz vor der brasilianischen Präsidentschaftswahl am Sonntag steht Amtsinhaberin Dilma Roussef von der Arbeiterpartei souverän an der Spitze der Umfragen.

In Sao Paulo, wo Demonstranten seit Monaten Verbesserungen im Bildungs- und Gesundheitssystem fordern, bekräftigte Roussef unter anderem ihr Versprechen, den Zugang zu ärztlicher Fürsorge zu verbessern.

Mit nun über 37 Prozent liegt Roussef inzwischen weit vor der Herausforderin Marina Silva, Umweltaktivistin und Kandidatin der Sozialisten. Die hatte mit ihrer Kampfansage an die Korruption zuletzt stetig verloren.

Inzwischen muss Silva sogar um ihre Chance in der erwarteten Stichwahl bangen. Laut Umfrage liegt sie bei 22,5 Prozent und nur knapp vor dem zweiten Herausforderer, dem Sozialdemokraten Aeceo Neves.

Neves, der mit marktfreundlichen Reformen und Privatisierungsplänen wirbt, versuchte zuletzt, auch die armen Bevölkerungsschichten für sich zu erwärmen, er besuchte eine Favela in Belo Horizonte.

Für den Wahltag erwarten die Behörden offenbar, dass sich die Emotionen des Landes nicht nur demokratisch entladen. Im Bundesstaat Rio de Janeiro sollen 14.000 Militärpolizisten die lokale Polizei verstärken. Insgesamt werden fast 30.000 Polizisten auf Patroille sein.

Die Privatwirtschaft und die Finazmärkte reagieren nervös auf Roussefs Führungsposition, denn auch die Unternehmer fordern grundlegende Reformen in dem stagnierenden Land.

Falls am Sonntag, wie erwartet, keiner der Kandidaten eine absolute Mehrheit erreicht, werden die Brasilianer am 26. Oktober zur Stichwahl aufgerufen sein.