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Katalonien: Anhänger der Unabhängigkeit geben nicht auf

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Katalonien: Anhänger der Unabhängigkeit geben nicht auf

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Es ist eine katalanische Tradition und Ausdruck einer stolzen regionalen Identität: der Wettbewerb der menschlichen Pyramiden in Tarragona. Die Teilnehmer bilden Türme, die bis zu zehn menschliche Etagen hoch sind. Am Sonntag haben sich Hunderte Zuschauer zu dem Spektakel in der Provinzhauptstadt versammelt. Die Anhänger der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung nutzten die Gelegenheit, um für eine Loslösung von Madrid zu werben. Das entsprechende Referendum hatten die Verfassungsrichter am Montag untersagt.

“Das eigentliche Problem bei der Frage, ob wir über eine Unabhängigkeit abstimmen können oder nicht, ist der politische Wille”, so der katalanische Regionalpräsident Artur Mas. Ministerpräsident Mariano Rajoy habe klar gesagt: “Wir können nicht, aber vor allem wollen wir nicht.” “Genau da liegt das Problem”, so Mas.

Mas sagte, er wolle, “alles rechtlich Mögliche” dafür tun, dass das für den 9. November angesetzte Referendum doch abgehalten werden kann. Auch Carme Forcadell von der “Katalanischen Nationalversammlung” will weiter kämpfen: “Es hat sich gezeigt, dass die Gemeinden auch weitermachen wollen, genauso die Zivilgesellschaft”, so Forcadell. “Das haben wir gezeigt und das werden wir auch weiter zeigen.”

Die überwältigende Mehrheit der katalanischen Bürgermeister hat Mas am Wochenende ihre Unterstützung zugesichert. Der Regionalpräsident gilt jedoch als gemäßigter Politiker, der sich verfassungskonform verhalten will. Die offizielle Wahlkampagne für das Referendum wurde gestoppt. Doch vor allem das linke Spektrum übt Druck auf Mas aus.

Dazu euronews-Korrespondent Francisco Fuentes: “Das Armdrücken zwischen der spanischen und der katalanischen Regierung setzt sich fort. Im Moment steht der Block der Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien noch hinter Artur Mas, aber die Frage ist, wie lange noch.”