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Polizei in Massenmord an Studenten verwickelt

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Polizei in Massenmord an Studenten verwickelt

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In Mexiko verdichten sich Beweise, dass ein Gruppe von Studenten offenbar von Angehörigen der Sicherheitskräfte ermordet worden ist. In der Umgebung der südwestmexikanischen Stadt Iguala waren am Wochenende sechs Gräber gefunden worden, in denen mehr als 30 Leichen verscharrt worden waren. Zwei Mitglieder einer Verbrecherbande haben gestanden, 17 der 43 seit Tagen vermissten Studenten getötet zu haben. Der Sicherheitschef von Iguala, so sagten sie aus, habe die Studenten an den Tatort bringen lassen.

Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Guerrero bestätigte den Leichenfund, will aber die Obduktion abwarten. “Es wäre verantwortungslos, wenn ich als Leiter der Staatsanwaltschaft sagen würde, dass dies mit den Studenten zusammenhängt. An Hand der Informationen können wir die Gräber finden und momentan wissen wir lediglich, dass sich dort menschliche Überreste beinden. Ich wiederhole, wir müssen die genetischen Untersuchungen abwarten”, erklärte der Generalstaatsanwalt von Guerrero, Iñaky Blanco.

Die Lehramtsstudenten hatten am Freitag vor einer Woche gegen die schlechte Bezahlung von Lehrern in ländlichen Gebieten protestiert. Dabei war es zu Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften gekommen. Danach waren 43 Studenten verschwunden. Augenzeugen berichteten, sie seien in Polizeifahrzeugen abtransportiert worden.

29 Verdächtige, darunter auch der Sicherheitschef von Iguala wurden von der Bundespolizei festgenommen.

Gegen den flüchtigen Bürgermeister von Iguala den ebenfalls geflüchteten stellvertretenden Sicherheitschef der Stadt wurde Haftbefehl erlassen.

Das Lehrerseminar gilt als politisch links und besonders aktiv und militant bei Protestaktionen. Die meisten Lehramtsstudenten stammen aus einfachen Verhältnissen und sind Indios. Der Bundesstaat Guerrero hat mit 61 Morden je 100.000 Einwohnern eine der höchsten Mordraten Mexikos. Der verarmte Bundesstaat, in dem auch der beliebte Ferienort Acapulco liegt, wird von Drogenkriminalität heimgesucht.