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EU-Beschäftigungsgipfel in Mailand

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EU-Beschäftigungsgipfel in Mailand

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“Das EU-Gipfeltreffen zum Thema Beschäftigung, das an diesem Mittwoch in Mailand beginnt, steht in keinem guten Zeichen. Deutschland fordert Reformanstrengungen, Frankreich und Italien aber wollen ihre Wirtschaftspolitik flexibler gestalten. Diese Unstimmigkeiten überschatten das Treffen, bei dem eine Lösung für die hohe Arbeitslosigkeit gesucht wird”, so unsere Korrespondentin Margherita Sforza. In der Eurozone waren im August 3,3 Millionen Menschen unter 25 Jahren ohne Stelle. Vor allem Spanien und Griechenland waren davon betroffen. Auch in Italien ist die Jugendarbeitslosigkeit überdurchschnittlich hoch.

Der 27-jährige Luca Cipriani hat drei Monate lang in einem Laden gearbeitet. Sein Monatslohn: 600 Euro. Danach wurde er kurzerhand entlassen. Was er von dem Gipfeltreffen erwartet? “Dass ein Schritt vorwärts gemacht wird. Ein halbjähriger Arbeitsvertrag gibt uns keine Zukunftsperspektive. Ein unbefristeter Arbeitsvertrag jedoch ist eine Garantie dafür, um eine Familie zu gründen, um überhaupt an die Zukunft zu denken.” Der Experte Alessandro Rosina, der sich mit sozialer und demografischer Statistik befasst, sagt, Europa sollte die jungen Menschen nicht als eine Last sondern als eine Investition in die Zukunft betrachten: “Der Unterschied zwischen dem Süden und dem Norden könnte deutlicher nicht sein. Es ist kein Zufall, dass die Staaten, in denen die Lage der Jugend nicht dramatisch ist, auf Sparprogrammen bestehen. Schon zu Beginn der Krise war die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland geringer als sonstwo.” Ausgerechnet am Tag des Gipfels stellt Ministerpräsident Matteo Renzi zur Reform des Arbeitsmarktes im Parlament die Vertrauensfrage.