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Nach mutmaßlichem Massenmord: Mexikanische Bundesbehörden entwaffnen Polizei in Iguala

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Nach mutmaßlichem Massenmord: Mexikanische Bundesbehörden entwaffnen Polizei in Iguala

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Nach einem mutmaßlichen Massenmord an Studenten in der mexikanischen Stadt Iguala haben am Montag Streitkräfte und Bundespolizei die Kontrolle der Stadt übernommen. Die städtischen Beamten wurden entwaffnet. Sie stehen unter Verdacht, an dem Massaker beteiligt gewesen zu sein.

“Von jetzt an kümmert sich die Bundespolizei in Iguala um die öffentliche Sicherheit”, erklärte der Nationale Sicherheitsbeauftragte, Monte Alejandro Rubido. “Wegen der besonderen Umstände wird sie von der Armee unterstützt.”

Am Wochenende waren in der Nähe der südmexikanischen Stadt Gräber mit 28 Leichen gefunden worden. Möglicherweise handelt es sich dabei um einige von insgesamt 43 Studenten, die seit einem Polizeieinsatz bei einer Demonstration verschollen sind.

Zwei Mitglieder der Drogenbande “Guerreros Unidos” gestanden den Mord an 17 Verschleppten. Der inzwischen untergetauchte städtische Sicherheitsdirektor und der regionale Bandenchef sollen den Auftrag erteilt haben. Die regionale Polizei gilt als eng verflochten mit den Kriminellen. 22 Beamte wurden festgenommen. Auch der Bürgermeister von Iguala ist untergetaucht.

Die “Guerreros Unidos” forderten auf einem in der Stadt aufgehängten Transparent die Freilassung der Polizisten. Sollte ihrer Forderung nicht Folge geleistet werden, würden sie die Politiker und Funktionäre nennen, die die Bande unterstützen, hieß es auf dem Plakat. “Der Krieg hat schon begonnen”, schrieben die Gangster in ihrer Botschaft.