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Ebola in Spanien: Kritik an Gesundheitsbehörden

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Ebola in Spanien: Kritik an Gesundheitsbehörden

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Nach dem Bekanntwerden der ersten Ebola-Ansteckung in Europa wächst die Kritik an den spanischen Gesundheitsbehörden. Diese veröffentlichten ein Video, dass die Reinigung des Madrider Krankenhauszimmers zeigt, in dem ein infizierter spanischer Priester im August starb. Eine Pflegehelferin, die den Patienten behandelt hatte, wurde inzwischen im selben Krankenhaus unter Quarantäne gestellt. Sie war am Montag positiv auf Ebola getestet worden und ist damit die erste Person, die sich außerhalb von Westafrika ansteckte.

Die Behörden stellten mehr als 50 Menschen unter Beobachtung, die mit ihr Kontakt hatten. Nachbarn der Infizierten fürchten sich vor weiteren Ansteckungen: “Jeder macht sich Sorgen”, so einer der Nachbarn. “Das ist wie bei einem Schneeball: Wenn jede Person, die Kontakt mit ihr hatte, wiederum mit 30 oder 40 anderen Personen Kontakt hat, die dann wieder mit jeweils fünf weiteren Menschen Kontakt haben, gibt es einen Schneeballeffekt, von dem man nicht weiß, wann er aufhört.”

Vor dem Gesundheitsministerium in Madrid forderten Dutzende den Rücktritt der Ministerin. Diese hätte den inifizierten Priester nicht aus Sierra Leone zurückholen lassen sollen, hatten Ärzte bereits zuvor kritisiert.

Wie es dazu kam, dass sich die Pflegehelferin trotz Sicherheitsvorkehrungen infizierte, ist nicht geklärt. Neben ihr sind weitere vier Patienten in der Madrider Spezialklinik in Behandlung. Eine weitere Krankenschwester wurde jedoch negativ getestet.