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Ebola: Totengräber in Sierra Leone streiken

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Ebola: Totengräber in Sierra Leone streiken

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Mitten in der in Westafrika grassierenden Ebola-Epidemie sind Totengräber in Teilen Sierra Leones in den Streik getreten. Die Gebiete, in denen sie die Arbeit niedergelegt haben, umfassen auch die Hauptstadt Freetown. Eigenen Angaben zufolge wurden die Totengräber seit zwei Wochen nicht mehr bezahlt. Zudem sei der Risikozuschlag ausgeblieben.

“Wir machen hier eine Arbeit, die keinen Nutzen mehr hat, wenn die Epidemie vorbei ist”, so einer der Streikenden. “Wir wollen jetzt unser Geld, weil wir gebrandmarkt sind. Wir brauchen unser Geld.”

Dem Gesundheitsministerium zufolge haben die Totengräber ausschließlich den Lohn der vergangenen Woche bisher nicht erhalten. Dieser würde bald ausbezahlt. Der Risikozuschlag wurde nicht erwähnt.

Die Körper der Ebola-Toten sind weiter sehr ansteckend. Die Totengräber hätten zusammen mit dem Gesundheitspersonal einen der schwierigsten Jobs derzeit, so William Sao Lamin von der Nichtregierungsorganisation Health Alert. Allein in der vergangenen Woche seien Dutzende von ihnen gestorben. Es müsse mehr getan werden, um die Zahl der Toten zu verringern, diese steige weiter an.

Der Streik der Totengräber könnte zu einer weiteren Ausbreitung der Epidemie im Land führen. In Sierra Leone starben bisher mehr als 670 Menschen an Ebola. Insgesamt liegt die Zahl der Todesopfer laut Weltgesundheitsorganisatio bei über 3400.