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"Geopolitisches Sorgenjahr": deutsche Exporte brechen ein

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"Geopolitisches Sorgenjahr": deutsche Exporte brechen ein

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Die deutsche Wirtschaft kocht auch nur mit Wasser: Nach Industrieaufträgen und Produktion brachen im August auch die Exporte so kräftig ein wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr – unter anderem wegen der verschärfter Sanktionen gegen Russland. Die Ausfuhren waren 5,8 Prozent niedriger als im Monat zuvor, so das Statistische Bundesamt. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur ein Minus von 4,0 Prozent erwartet, nach einem Plus von 4,8 Prozent im Juli. Auch die Importe fielen überraschend um 1,3 Prozent.

Die führenden Institute haben nach Medienberichten (Reuters) in ihrem Herbstgutachten die Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr von 1,9 auf 1,3 Prozent zurückgeschraubt. Für 2015 werden statt 2,0 nun 1,2 Prozent vorhergesagt.

“Diese Rückgänge waren auch durch die späten Sommerferien in vielen Bundesländern beeinflusst”, erklärten die Statistiker.

Experten machten aber auch die schärferen Sanktionen gegen Russland seit dem 1. August mitverantwortlich, die neben Banken beispielsweise Rüstungsgüter und Hochtechnologie-Geräte betreffen. “Die Sanktionen gegen Russland greifen voll, das hinterlässt Spuren”, sagte BayernLB-Ökonom Stefan Kipar.

Nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) ist die Konjunkturerholung damit vorerst zu Ende. “Wir sind in keinem Aufschwung mehr”, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.

Nach dem Rückgang der Wirtschaftsleistung im Frühjahr deute sich auch für das gerade beendete dritte Quartal eine Stagnation “oder sogar noch ein negatives Vorzeichen” an. “Das wäre dann technisch gesprochen eine Rezession”, sagte Treier. 2014 sei ein “geopolitisches Sorgenjahr”, sagte er mit Blick auf die Krisen in der Ukraine und dem Nahen Osten sowie die Ebola-Seuche in Westafrika.

su mit Reuters