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Künstliche Korallen gegen die Übersäuerung im Riff

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Künstliche Korallen gegen die Übersäuerung im Riff

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Korallenriffe sind nicht nur wunderschön, sondern lebenswichtig für die marinen Ökosysteme. Sie bieten Fischen und anderen Meeresbewohnern einen Lebensraum, bewahren Küstengebiete vor Stürmen und sind ein wichtiger Faktor für die Tourismusindustrie. Doch in den Ozeanen spielt sich ein stilles Drama ab. Die Korallenriffe sterben. Steigende Wassertemperaturen und ein zunehmender Säuregehalt infolge der Klimaerwärmung sind dafür verantwortlich.

Die Rettung könnte so aussehen: künstliche Korallen, die der Übersäuerung im Riff entgegenwirken. Nell Bennet, Designstudentin am Londoner Royal College of Arts, kam auf die Idee, künstliche Korallen aus mineralreichen, basischen Materialien wie Kalzium- und Natriumkarbonat zu gestalten.

Nell Bennet: “Die Ozeane werden immer saurer. Die Korallenskelette, die der steigenden Säure ausgesetzt sind, lösen sich auf. Ähnlich wie unsere Zähne, wenn wir süßsaure Getränke zu uns nehmen, sie greifen den Zahnschmelz an. Genau das geschieht mit den Korallen. Sie werden immer zerbrechlicher, zerfallen irgendwann und sterben.”

Die Attrappen werden im Korallenriff eingesetzt, lösen sich mit der Zeit auf und wirken dabei dem Säuregehalt entgegen. Klingt rein theoretisch gut. Wie sich das konkret im Meer umsetzen lässt, möchte Nell Bennet in Rahmen eines einjährigen Versuchs testen.

Nell Bennet: “Es geht im Grunde nur um das richtige Material, das sich im Wasser auflöst. Das verlangt keinen großen technischen Aufwand oder eine spezielle Schulung. Gemeinden, die sich dafür interessieren, könnten ohne Weiteres am Test teilnehmen.”

Ursache für die Versäuerung der Ozeane ist das Treibhausgas Kohlendioxid CO2.
Klimaexperten zufolge hat der Säuregehalt der Ozeane seit der industriellen Revolution um 30 Prozent zugenommen. Dieser Prozess könnte sich in naher Zukunft noch beschleunigen.