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Von Extremisten angeworben: Französische Mädchen in Syrien

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Von Extremisten angeworben: Französische Mädchen in Syrien

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Von einem Tag auf den anderen war Sahra verschwunden. Wie sich später herausstellte, ist das französische Mädchen jetzt in Syrien – angeworben wurde sie vermutlich von islamischen Extremisten über das Internet. Ihre Eltern waren ahnungslos. Erst als sich ihre Tochter verschleierte, schöpften sie Verdacht.

“Das ist psychologische Entführung. Ich weiß nicht, wie lange Sahra über das Internet indoktriniert wurde. Sie saß sehr oft am Computer. Aber sie muss einer Gehirnwäsche unterzogen worden sein”, sagt ihre Mutter Severine Mehenni.

Das letzte Foto von Sahra wurde von einer Überwachungskamera auf einem Bahnhof in Südfrankreich aufgenommen.

“Ich habe Hoffnung. Ich werde alles tun, damit meine Tochter nach Hause kommt. Und wenn Sie nach Hause kommt, wird es ein neuer Kampf – und zwar mit der französischen Regierung. Meine Tochter eine Terroristin?”, so Severine Mehenni.

Auch Nora ist verschwunden, auch sie jetzt in Syrien. Ihr Bruder versuchte, sie umzustimmen. Stundenlang sprachen die beiden am Telefon, dann reiste Foad El-Bahty selbst nach Syrien, um seine Schwester zurück nach Frankreich zu bringen. Doch Nora durfte nicht gehen.

“Meine Motivation, sie nach Hause zu holen, war noch stärker, als ich gesehen habe, wie schlecht es ihr in Wirklichkeit geht”, sagt Noras Bruder. “Eigentlich hat sie dunklere Haut als ich. Aber als ich sie sah, war sie bleicher als ich, ihr Gesicht war geschwollen. Sie konnte nicht aufhören zu weinen und ihren Kopf gegen die Wand zu schlagen.”

Mit Propagandavideos versuchen extremistische Gruppen, Mitstreiter anzuwerben. Rund 100 Mädchen und junge Frauen aus Frankreich sollen derzeit in Syrien sein.