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Wahlen in Bosnien-Herzegowina: Separatismus hat Hochkonjunktur

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Wahlen in Bosnien-Herzegowina: Separatismus hat Hochkonjunktur

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Am Sonntag finden in Bosnien-Herzegowina Parlaments- und Präsidentenwahlen statt. Der Präsident der Republika Srpska, einer der zwei Teilrepubliken Bosnien-Herzegowinas, Milorad Dodik, ist wieder Spitzenkandidat seiner Partei SNSD.Separatismus hat in diesem Wahlkampf Hochkonjuktur: Die Serben wollen ihre Landeshälfte von Bosnien abspalten. Auch viele Kroaten wollen autonom sein. Die Tochter des ehemaligen bosnischen Serbenführers Radovan Karadzic, der in Den Haag im Gefängnis sitzt, Sonja Karadzic, ist bei der nationalistischen Serben-Partei SDS aktiv. Die von muslimischen Bosniaken dominierte Partei SDA schickt Bakir Izetbegovic – Sohn des ehemaligen Präsidenten Alija Izetbegovic – ins Rennen.

Bosnien-Herzegowina ist ein Sorgenkind in Europa. Offiziellen Zahlen zufolge beträgt die Arbeitslosigkeit 44 Prozent. Ein Rezept zur Genesung des verarmten Balkanlands bietet keine Partei. Die Führer der drei Gruppen – muslimische Bosniaken, orthodoxe Serben, katholische Kroaten – arbeiten nach Kräften gegeneinander. Bosnien-Herzegowina gilt außerdem als eines der korruptesten Länder Europas.